Zu Funktion und (Un)Wesen von Nation und Nationalismus
Veranstaltung: 16. Juli, 19 Uhr, Kukoon im Park
Make America Great Again, rassistische Pogrome in Belfast, der Krieg in der Ukraine und Europas Krieg gegen Geflüchtete: Nationalismus bestimmt global die Politik, sorgt für Konflikte und unzählige Tote. Deutschland kontrolliert seit zwei Jahren wieder seine Grenzen und die Partei, die »Mut zu Deutschland« zum Motto hat, steht in Umfragen auf Platz 1. Abseits davon tritt der Nationalismus in Deutschland aber vor allem subtil in Erscheinung: »Wir« müssen den Gürtel enger schnallen, länger arbeiten gehen, den Standort verteidigen, gegen die Sozialschmarotzer im Land und die unerwünschten Esser aus dem Ausland. Woraus entsteht dieser ungebrochene Erfolg des Nationalismus? Was ist Nationalismus überhaupt? Und was bringt die Menschen auch im globalisierten 21. Jahrhundert dazu, für ihre Nation zu arbeiten und zu sterben, ihre »Identität« darauf aufzubauen und in ihrem Namen anderen das Leben zur Hölle machen zu wollen?
In dem einführenden Vortrag wird Nationalismus als Ideologie in Zusammenhang mit Demokratie, Herrschaft und der kapitalistischen Moderne gesetzt. Es werden die ideologischen Funktionen von Nationalismus und nationaler Identität aufgezeigt, um ihrer anhaltenden Wirkmächtigkeit auf die Spur zu kommen.
Thorsten Mense ist Soziologe, freier Autor und Journalist. 2023 erschien sein Buch „Kritik des Nationalismus“ in einer überarbeiteten Neuauflage, 2024 hat er zusammen mit Judith Goetz den Sammelband „Rechts, wo die Mitte ist. Die AfD und die Modernisierung des Rechtsextremismus“ herausgegeben.
