Jeffrey Epstein, Dominique Pelicot, Christian Ulmen – Männer, deren Namen, in letzter Zeit Schlagzeilen machten, da sie auf brutale Weise an Frauen, Queers und Kindern sexualisierte Gewalt ausübten. Nun ist auch in Bremerhaven ein Fall öffentlich geworden, in dem ein Arzt narkotisierte Patientinnen missbraucht haben soll. Die jüngste war sieben Jahre alt.
Die Reaktion in den Medien und Politik schwangt zwischen einer inszenierten Solidarität mit den Opfern ohne tatsächliche Konsequenzen und rassistischer Erzählungen als Ursache des Problems (Merz).
Frauen und Queers wissen alle: das hätte auch mir passieren können. Die Täter waren keine psychisch kranken Einzeltäter, sondern „ganz normale Männer“. Mit denen wir zusammenleben, die uns im Krankenhaus behandeln, mit denen wir organisiert sind. Das macht Angst.
Patriarchale Gewalt gegenüber Frauen und Queers strukturiert unsere Gesellschaft und begegnet uns tagtäglich. Die Aneignung der Körper von Frauen und Mädchen ohne ihr Wissen ist deshalb nur eine besonders brutale und widerliche Form dieses Anspruchsdenkens und dient dabei als Kontrollmechanismus, die patriarchale Vormachtstellung in der Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Es geht, neben der Befriedigung von Lust, um die Ausübung und Reproduktion von Macht. Es geht darum, Angst zu machen.
Verlassen wir uns nicht darauf, dass einzelne Gesetze nachgebessert oder bisschen mehr Geld in unzureichend ausgestatteten Gewaltschutzeinrichtungen gesteckt wird. Es braucht eine starke feministische Bewegung, um diese Macht zu brechen und ohne Angst leben zu können. Make feminism a threat!
