Am 3. September plant der Islamist Pierre Vogel eine Kundgebung hinter dem Bremer Hauptbahnhof abzuhalten. Als Ort benennt der „Weser-Kurier“ in seiner Ausgabe vom 26. August den „Willy-Brandt-Platz“, das ist direkt beim Hinterausgang des Hauptbahnhofs. Als Uhrzeit gibt Vogel zur Zeit „16:00 – 20:00 Uhr“ an. Thematischer Anlass für Vogel ist die Abgrenzung vom sog. „Islamischen Staat“ (IS). Der IS ist eine mit Vogels Islamismus konkurrierende Organisation des politischen Islam, es handelt sich also bei Vogels Kundgebung nicht um eine Kundgebung gegen den politischen Islam, sondern um eine für eine andere Sorte Islamismus.


Ebenfalls für den 3. September angekündigt ist eine rechte Kundgebung vor dem Bremer Hauptbahnhof. Anmelder der Kundgebung ist der Wohnwagenhändler Oliver Meier aus Bremen-Nord. Meier, vor kurzem noch Mitglied der rechten Kleinstpartei „Bürger in Wut“, bezieht in seinem Aufruf eine scheinbar antisexistische Position, in dem er sich kritisch gegen die Lebensumstände „muslimischer Frauen“ richtet. Durch die Kulturalisierung des Patriarchats wird so der sexistische Normalzustand dieser Gesellschaft zu einer besonderen Erscheinung einer Religion erklärt. Diese, so nicht mehr als Religion erkennbar und kritisierbar, wird zur Kultur „der anderen“ umgedichtet. So wird deutlich worum es Meier wirklich geht: Nicht die Umstände von Frauen* in dieser Gesellschaft treiben ihn um, sondern die Sorge um die „heimische“ Kultur, die er für nicht sexistisch hält.
So wird deutlich, dass Islamismus und Rechtspopulismus zwei Seiten derselben Medaille sind: Beides sind sozialrassistische und sexistische politische Programme. Sind im politischen Islam die „Ungläubigen“ die Schädlinge der Umma, die deshalb vernichtet werden müssen, verteidigt der Rechtspopulismus die „nationale Kultur- und Wertegemeinschaft“ gegen alle „anderen“.
Dagegen setzen wir eine grundsätzliche Kritik der gesellschaftlichen Umstände, die Islamismus und Rechtspopulismus hervorgebracht haben. Gegen die Kulturalisierung des Islamismus setzen wir die Kritik der Religion, gegen die Vorstellung von einer deutschen Wertgemeinschaft die Kritik der Nation. Gegen eine Welt, die Fans von Umma und Volksgemeinschaft hervorbringt, setzen wir die praktische Kritik ihrer kapitalistischen und patriarchalen Voraussetzungen und die Perspektive ihrer emanzipatorischen Überwindung.
Als Teil des Bündnis Nationalismus ist keine Alternative in Bremen sagen wir deshalb: Kein Gott, kein Staat, kein Kalifat! Gegen Salafismus und Rechtspopulismus!
Kommt am 3. September zur Kundgebung ab 14 Uhr auf dem Bremer Bahnhofsvorplatz.


Kundgebung: Gegen Salafismus und Rechtspopulismus!
3. September 2016, 14 Uhr
Bahnhofsvorplatz Bremen


Organisator*innen der Kundgebung sind:

Antifaschistische Gruppe Bremen
AStA Hochschule Bremen
Basisgruppe Antifaschismus
Interventionistische Linke Bremen
Linksjugend [’solid] Bremen
Kurdistan Solidaritätakommitee
Kurdischer Verein – Birati e.V.
Sozialistische Alternative Bremen