Naziuffmarsch in Machdeburch – ham wa immernoch keen Bock druff!

Dezember 27, 2013 Kommentare deaktiviert für Naziuffmarsch in Machdeburch – ham wa immernoch keen Bock druff!
Wann:
6. Januar 2014 um 18:00 – 21:00
2014-01-06T18:00:00+00:00
2014-01-06T21:00:00+00:00
Wo:
Infoladen Bremen
Sankt-Pauli-Straße 10
28203 Bremen
Deutschland

Mon­tag, 6.​01.​2014 | 19 Uhr | In­fo­la­den

In­fo­ver­an­stal­tung zum Neo­na­zi­auf­marsch in Mag­d­e­burg

checkt mag­d­e­burg-​na­zi­frei.​com

Auf­ruf

Na­zi­uff­marsch in Mach­de­burch – ham wa im­mer­noch keen Bock druff!

Am 16. Ja­nu­ar 2014 jährt sich die Bom­bar­die­rung Mag­d­e­burgs zum 69. Mal. Seit 1998 nut­zen die Nazis die­ses Datum um die so­ge­nann­ten “Hel­den der deut­schen Wehr­macht” und die Opfer der Bom­ben­an­grif­fe zu be­trau­ern. Sie ge­den­ken des Endes des kriegs­trei­ben­den, fa­schis­ti­schen Re­gimes und in­stru­men­ta­li­sie­ren dabei das Ge­den­ken der vie­len Mag­d­e­bur­ge­rin­nen und Mag­d­e­bur­ger, die am 16.​01.​1945 ge­stor­ben sind oder der Trau­er jener, die An­ge­hö­ri­ge, Be­kann­te und Freun­de ver­lo­ren haben.

In den letz­ten Jah­ren hat sich der Na­zi­auf­marsch in Mag­d­e­burg zu einem der größ­ten Auf­mär­sche in Deutsch­land ent­wi­ckelt. Dank der bun­des­wei­ten Mo­bi­li­sie­rung kamen im Jahr 2013 über 3.​000 Ge­gen­de­mons­tran­t_in­nen nach Mag­d­e­burg. Doch sind diese – mitt­ler­wei­le all­jähr­li­chen – Na­zi­auf­mär­sche nur der me­di­en­wirk­sa­me Teil des Na­zi-​Pro­blems. Ras­sis­ti­sche und neo­fa­schis­ti­sche Ge­walt ge­hö­ren in Sach­sen-​An­halt zur har­ten Rea­li­tät. Fast täg­lich wird ein Über­griff re­gis­triert. Neue und alte Nazis ge­hö­ren in Mag­d­e­burg zum Stadt­bild und auch po­li­tisch sind die Neo­fa­schis­ten in der Lan­des­haupt­stadt über­aus aktiv. Der Pro­test der Zi­vil­ge­sell­schaft gegen rechts fo­kus­siert sich meist nur auf den Auf­marsch im Ja­nu­ar und blen­det die ge­walt­tä­ti­gen Über­grif­fe und po­li­ti­schen Ma­ni­pu­la­tio­nen der Rech­ten in der üb­ri­gen Zeit aus. Vor­komm­nis­se mit bun­des­wei­ter Auf­merk­sam­keit, sind aber ty­pisch für die po­li­ti­schen Ver­hält­nis­se in Sa­chen-​An­halt.

Neo­fa­schis­ten aus Mag­d­e­burg und Sach­sen-​An­halt neh­men wich­ti­ge Po­si­tio­nen in den Vor­stän­den der NPD, der JN und den so­ge­nann­ten „frei­en Ka­me­rad­schaf­ten“ ein. Mitt­ler­wei­le wird Sach­sen-​An­halt von neuen und alten Nazis gar stolz als „Ka­der­schmie­de“ be­trach­tet. Doch statt nach dem Be­kannt­wer­den der ras­sis­ti­schen Mord­se­rie des NSU und aus dem To­tal­ver­sa­gen des so­ge­nann­ten Ver­fas­sungs­schut­zes auf par­la­men­ta­ri­scher und kom­mu­na­ler Ebene Kon­se­quen­zen zu zie­hen, rech­te Struk­tu­ren vor Ort klar zu be­nen­nen und da­ge­gen vor­zu­ge­hen, wird wei­ter­hin von lin­kem „Ex­tre­mis­mus“ fa­bu­liert. Hin­ge­gen wird rech­te Ge­walt ver­schwie­gen, ver­harm­lost oder kom­plett igno­riert, weil man ihrer nicht ohne Auf­wand Herr wer­den kann. Denn zu­nächst müss­te man erst ein­mal auf­hö­ren, sie als struk­tu­rel­les Pro­blem ab­zu­strei­ten.

Mag­d­e­burg war kei­nes­falls nur eine zi­vi­le, deut­sche Groß­stadt, die will­kür­lich von al­li­ier­ten Bom­ber­ver­bän­den in Schutt und Asche ge­legt wurde. Viel­mehr ist die fast voll­stän­di­ge Zer­stö­rung Mag­d­e­burgs das Er­geb­nis des vom na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Deutsch­land ent­fes­sel­ten und rück­sichts­los ge­führ­ten Krie­ges. So war Mag­d­e­burg für das NS-​Re­gime ein wich­ti­ger Um­schlags-​ und Ver­kehrs­kno­ten­punkt, Stand­ort der Rüs­tungs­pro­duk­ti­on (u.a. Krupp-​Gru­son, Pol­te-​Wer­ke, Ma­schi­nen­fa­brik Wolf) und ein In­dus­tri­e­stand­ort an dem meh­re­re Tau­send Zwangs­ar­bei­ter und Zwangs­ar­bei­te­rin­nen in Ar­beits-​ und KZ-​Au­ßen­la­gern aus­ge­beu­tet wur­den. Un­zäh­li­ge star­ben be­reits in den La­gern der Pol­te-​Wer­ke, im Lager Diana oder auf den „To­des­mär­schen“. All dies wird bei der Um­deu­tung der Bom­bar­die­rung des Stadt­ge­biets am 16. Ja­nu­ar 1945 igno­riert. Das Aus­blen­den der Opfer fa­schis­ti­scher Herr­schaft in den Kriegs­ge­bie­ten und aller Opfer welt­weit, ist Be­stand­teil der rech­ten Rhe­to­rik, die nur deut­sche Opfer kennt, Op­fer­zah­len fälscht und Täter nicht be­nennt.

Wir sahen uns mit den Er­eig­nis­sen am 12.​01.​2013 mit einer völ­lig neuen Po­li­zei­stra­te­gie kon­fron­tiert, die es so bis­her nicht gab. Das Ver­bot un­se­rer Kund­ge­bung in Cra­cau (Je­ri­chow­er Platz) wurde durch die Po­li­zei­di­rek­ti­on mit der räum­li­chen Nähe zur Auf­mar­sch­rou­te be­grün­det und letz­te­re dann auch im An­trag ent­spre­chend kon­kre­ti­siert. Dass die Nazis in Süd­ost lau­fen wer­den, war erst gegen Mit­tag des 12. Ja­nu­ars ve­ri­fi­ziert und für uns nur an der Be­we­gung der Po­li­zei­ein­satz­kräf­te ab­zu­le­sen.

Un­ter­stützt uns und kommt im Ja­nu­ar 2014 in un­se­re Stadt. Wir wol­len, ge­mein­sam mit allen blo­cka­de­wil­li­gen Kräf­ten von hier und über­all, den Auf­marsch der Neo­na­zis ver­hin­dern.

„Nazis blo­ckie­ren – was sonst?!“