Kalender

Mai
30
Di
Die Kriegskunst des Kapitals @ Infoladen Bremen
Mai 30 um 20:00 – 22:00

Zur Rolle der Logistik bei den Protesten gegen den G20-Gipfel.

Der G20-Gipfel in Hamburg Anfang Juli wirft seine Schatten voraus. Neben den altbekannten Verwalter*innen des Neoliberalismus, werden auch Trump, Erdoğan, Modi und Putin kommen – selten war die Quote autoritärer Gipfelteilnehmer*innen so imposant.
Dennoch mobilisiert das kommunistische …ums Ganze!-Bündnis nicht an die Zäune der Politiker*innen, sondern in den Hamburger Hafen, Deutschlands „Tor zur Welt“. Denn in Hamburg tagt der G20-Gipfel und wird vermeintliche Krisenlösungen autoritär-populistische Zuschnitts, neoliberaler Weiterverwaltungen oder linksliberaler Steuerversuche zur Schau tragen und, so oder so, an der alltäglichen Armut, Ausbeutung und Abschottung kaum etwas ändern. Wir meinen, dass es dagegen eine Kritik braucht, der es ums Ganze geht.

Unter dem Slogan „Shut down the Logistics of Capital“, soll das Kapital da getroffen werden wo es ihm wirklich weh tut: In seiner Logistik. Doch was ist das überhaupt? Ist es nicht gut, dass wir alles was wir wollen, uns innerhalb kürzester Zeit von überall liefern lassen können? Warum sollten sich gerade hier neue, erfolgsversprechende Möglichkeiten für (Arbeits-)Kämpfe bieten? Und was hat das überhaupt mit den G20 zu tun?
All diese Fragen versuchen wir mit einem Referenten der Gruppe TOP B3RLIN in der Veranstaltung zu beantworten.


30. Mai 2017
Infoladen Bremen
St. Pauli Straße 10-12, 28203 Bremen


 

Jun
1
Do
Leiharbeit: Wird jetzt alles besser ? @ BEV - Bremer Erwerbslosenverband
Jun 1 um 19:00 – 21:00

Ab dem 1. März 2017 gibt es neue Tarifverträge in der Leiharbeit. Zum 1. April sind umfangreiche gesetzliche Änderungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz wirksam geworden. Es gibt eine gesetzliche Höchstüberlassungszeit von 18 Monaten und den Anspruch auf gleichen Lohn nach 9 Monaten Beschäftigung.

  • Mit welchen Tricks versuchen Leiharbeitsfirmen diese Gesetzesvorgaben zu unterlaufen ?
  • Mit welchen Tarifverträgen der DGB-Gewerkschaften werden gut gemeinte Vorgaben der Europäischen Union (Equal Pay) ausgehebelt ?

Dieser Fragen werden auf der Veranstaltung Thema sein, die sich auf die Neuregelungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, den üblichen Tricks der Leiharbeitsfirmen und den Tarifverträgen der DGB-Gewerkschaften beschäftigt.


Informationsabend
Donnerstag, 1. Juni 19 Uhr, Lindenstraße 1b, 28755 Bremen


Veranstaltende: Beratungsteam des Bremer Erwerbslosenverbandes und die Basisgewerkschaft IWW

Jun
9
Fr
Kritik des Patriachats @ Infoladen
Jun 9 um 19:30 – 20:30

Zu den grundlegenden Übungen feministischer Kritik gehört, die repressiven Rede vom Körper der Frau oder von der Natur der Geschlechter zurückzuweisen. „Ich bin keine Ehefrau, keine entzückende Geliebte und ich werde auch niemals eine Mutter sein. Ich habe mich immer“, so die amerikanische Literatin Margaret Anderson (1886-1973), „ganz entschieden von allen Naturgesetzen ferngehalten.“ Die Verankerung von Körper und Geschlecht in biologischer Natur zu lösen wird seit Judith Butler als Dekonstruktion betrieben, die heute der wichtigste Referenzpunkt feministischer Theorie ist. In der linken Diskussion um queere Theorie und Praxis wird der dekonstruktivistischen Position vorgeworfen, nicht nur soziale Fragen, Arbeitsbedingungen und Verwertungszwang zu vernachlässigen, sondern mit ihrer Leugnung der Leiblichkeit, der Natur, des körperlichen Schmerzes, der Materie, Gesellschaftskritik überhaupt zu verunmöglichen. Dabei wird gegenüber dem dekonstruktivistischen Denken allerdings nicht selten breitbeinig auf „es gibt aber Materie“ gepocht – die Geste der Abwehr bestätigt, das mit der Infragestellung der Natürlichkeit etwas getroffen wurde: Aber was?

Gegenstand des Vortrags ist die seit Butler neu zu stellende Frage: Was ist feministischer Materialismus bzw. ein materialistischer Feminismus? Dabei geht um die Form feministischer Kritik, die etwas mit dem Materialismus gemeinsam hat: die Verweigerung von Denken als System. Das meint kein Sprechen aus dem Bauch heraus, sondern es bedeutet die patriarchale Totalität zu unterlaufen.

Karina Korecky studierte Soziologie und Politikwissenschaft in Wien und Hamburg und promoviert an der Universität Hamburg zum Naturbegriff in der Staatstheorie. Sie fragt nach der Rolle von Natur in der feministischen Theorie und den Gründen für das Auseinanderfallen von Feminismus und Gesellschaftskritik. Sie hält Vorträge zu verschiedenen Aspekten feministischer Theorie.

Wir möchten außerdem auf ein Seminar zum selben Thema hinweisen, dass Karina Korecky gemeinsam mit Marlene Pardeller am selben Wochenende beim Feministischen Referat der Uni Bremen geben wird.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen und dem feministischen Referat des Asta der Universität Bremen.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich, die Toilette leider nicht.

Jun
30
Fr
G20: Keine Aktion ohne Repression?! @ Infoladen Bremen
Jun 30 um 20:00 – 22:00

Die Ketten sprengen – den Hafen lahmlegen! Shut down the logistics of capital!

Mobilisierungsvortrag zu den Protesten anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg mit Schwerpunkt zu Repression und Solidarität.

Anfang Juli wird in Hamburg der G20-Gipfel tagen. Mit Medienrummel, Polizeiparade und widerlichen Staatschefs. Trump, Putin, Xi Jinping, Erdoğan und co. sind – vielleicht sogar auch persönlich – Schweine, die für unendlich viel vergangenes und vermutlich auch zukünftiges Leid verantwortlich sind. Ihr Austausch durch andere Charaktermasken des Parteien- und Staatszirkus würde aber an den gesellschaftlichen Bedingungen, die sie, ihre Inhalte und Fans hervorgebracht haben, nichts ändern. Die sind in den Produktions- und Eigentumsverhältnissen und ihrem Reproduktionsregime, in Kapitalismus und Patriarchat, zu finden. Nicht zuletzt der Blick nach Griechenland zeigt die Perspektivlosigkeit einer Linken, die so auf den Staat schielt, dass sie dabei die politische Ökonomie nicht mehr sehen kann.

Im Anschluss an ein antiautoritäres, internationales Mobilisierungstreffen in März in Hamburg mit ca. 80 Delegierten aus zwölf Ländern hat sich die Plattform „Shutdown Hamburg“ gebildet, die dazu aufruft, den G20-Gipfel und die internationale Mobilisierung dagegen zu nutzen, um dort anzusetzen, wo es einer Welt, in der Waren frei über die Weltmeere schippern, während zugleich tausendfach Migrant*innen ertrinken, wirklich wehtun kann. Hamburg ist mit seinem Hafen eine wichtige Drehscheibe der deutschen Exportwirtschaft und des globalen Warenverkehrs – und damit die passende Bühne, um Staat und Kapital einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Die Logistik der Produktion als Organisierung des Warentransports ist ein notwendiges Element in der Realisierung des Mehrwerts, ihre Struktur wird deshalb mit dem Anstieg technischer Produktivkraft mit kapitalistischem Zweck immer weiter perfektioniert, und Perfektion heißt dabei: Alle Waren kommen immer schneller und präziser an ihren Zielort, Lagerung und Produktion greifen immer besser ineinander, denn Zeit ist in diesem Fall eben tatsächlich Geld. Dass wir damit auch den Exportweltmeister Deutschland und sein Austeritätsdiktat treffen wollen, versteht sich von selbst. Zugleich ist die Logistik in diesem Jahrhundert das, was im letzten die Fabrik war: Ein Kristallisationspunkt des Konflikts zwischen Kapital und Arbeit. Denn auch wenn die gigantische Warenansammlung global immer noch in klassischer Fabrikarbeit produziert wird, bietet die Logistik einen lohnenden Angriffspunkt, um der kapitalistischen Gesamtscheiße etwas entgegenzusetzen. Das drückt sich in den vielfachen Kämpfen aus, die bereits auf diesem Terrain geführt werden: Die Streikenden bei Amazon, die Lastwagenfahrer*innen, die letztes Jahr in Frankreich die Raffinerien blockiert haben, oder die Hafen-Aktivist*innen von Occupy Oakland.

Der Mobilisierungsvortrag soll aber nicht nur eine Begründung sein warum wir in den Hafen gehen werden.

Repression ist leider ein unliebsamer und ständiger Begleiter der linksradikalen Praxis: Um nicht unvorbereitet in die nächste Aktion zu starten, wollen wir mit euch gemeinsam Repressionen thematisieren: Welche Bereiche umfasst sie eigentlich? Wen oder was müssen wir deswegen schützen? Was bedeutet das Thema für uns persönlich im eigenen Alltag, aber auch für den politischen Kontext, in dem wir unterwegs sind? Welche rechtlichen Hilfsstrukturen existieren eigentlich ? Und was tun wir, wenn der Stress erstmal da ist?
Wir wollen mit euch gemeinsam diskutieren, beraten und den praktische Umgang mit euch besprechen.