Kalender

Jan
19
Fr
Kampf um Katalonien @ Buchte
Jan 19 um 19:00 – 20:00

Demokratische Revolution oder bornierter Regionalismus?

Freitag, 19.01.2018 um 19 Uhr in der Buchte (Buchtstraße 14/15 / Bremen)

Den vielzitierten Kampf um die Bilder hat die katalanische Unabhängigkeitsbewegung klar für sich entscheiden können. Spanische Polizeieinheiten prügeln auf alte Menschen ein, die nichts tun wollen, als Wahlzettel in eine Urne schmeißen. Aber reicht die Rolle als Underdog um sich mit den Katalanen zu solidarisieren? Was bezwecken diese eigentlich mit der Abspaltung? Ist das noch irgendwie links oder nur dumpfer Nationalismus?

Auf der anderen Seite steht der spanische Zentralstaat, dem ein spanischer Journalist kürzlich einen „unerträglichen Gestank nach schlecht verheiltem Franquismus“ beglaubigte. Den auf den Demonstrationen gegen den „independentismo“ laufen Regierungsmitglieder neben bekannten spanischen Neonazis. Dabei wollen die doch nur die Verfassung beschützen. Und nach der darf sich Katalonien eben nicht abspalten. Beim Wort Verfassung salutieren dann auch die meisten deutschen Kommentatoren still und heimlich und argumentieren, das Referendum sei eben laut Konstitution illegal gewesen. Aber anscheinend hat die katalanische Linke auch ein Problem mit eben jener Verfassung.

Das Tauziehen um Katalonien wird oft nur noch als ein Machtspiel zweier älterer Herren in Anzug dargestellt. Auf der Veranstaltung wollen wir einen kritischeren Blick wagen und die Hintergründe des Konflikts beleuchtet und dabei Chancen, aber auch Gefahren der Bewegung für Katalonien diskutieren.

Jan
20
Sa
Infoveranstaltung der Roten Hilfe Bremen @ Jugendhaus Buchte
Jan 20 um 19:00 – 20:00

Repressionen gibt es leider immer und überall. 1975 gründete sich als Antwort auf Repression die ROTE HILFE. Sie unterstützt Menschen aus dem linken Spektrum, wenn der politische Widerstand, den diese leisten von staatlicher Seite unterdrückt wird. Durch Spenden werden Prozesskosten, Anwalts- & Gerichtskosten zum Teil oder ganz übernommen.
Gerade durch den Rechtsruck in der Gesellschaft ist die ROTE HILFE zu einem wichtigen Verein geworden. Denn ihr Interesse ist nicht nur Menschen zu helfen die durch ihre linken Ansichten mit Repressionen zu kämpfen haben, sondern sie kämpfen auch gegen die Isolation durch den Staat an. Sie versuchen so gut es ihnen gelingt die linke Szene zusammen zu halten.
Dies zeigt, wie wichtig gerade im Jahr 2018, also während der politischen, gesellschaftlichen und polizeilichen, beziehungsweise juristischen Nachbereitung der G20-Demonstrationen, Solidarität und gegenseitige Unterstützung innerhalb der linken Szene gegen Polizeigewalt und Repressionen ist. Doch wie schaffen wir es, diese Solidarität und Unterstützung auch zu garantieren?
Darauf wird uns der Verein ROTE HILFE antworten geben, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Mitglieder der linken Szene vor politischer Verfolgung in Deutschland zu schützen.
Eine Aufgabe, die wir in diesen Zeiten erst recht unterstützen wollen, indem die Einnahmen unserer Neujahrs-Soliparty am 20. Januar an die ROTE HILFE gespendet werden. Darüber hinaus freuen wir uns, euch mitteilen zu können, dass vor der Party ab 19 Uhr ein Vortrag der ROTEN HILFE stattfinden wird! Beantwortet werden dort Fragen zur Arbeitsweise und den Möglichkeiten der ROTEN HILFE, wir können erfahren, was zu tun ist, wenn man* von Repressionen betroffen ist und auch darüber hinaus besteht die Möglichkeit, jede Frage zur ROTEN HILFE zu stellen.
Da wir thematische Schwerpunkte für den Vortrag vorbereiten werden, könnt ihr schon jetzt gerne in die Kommentare schreiben, was euch interessiert und worauf der Vortrag speziell eingehen soll.

Die ROTE HILFE und wir würden euch gerne am 20. Januar ab 19 Uhr in der Buchte begrüßen. Auf der Veranstaltung ist kein Platz für Sexismus, Rassismus, Faschismus, Antisemitismus, Homo-/Transfeindlichkeit und anderes nicht korrektes Verhalten!

Jan
25
Do
Theorie & Theke / Rotes Kino @ BDP Haus
Jan 25 um 19:00 – 20:00

Die erste Theorie & Theke im Jahr 2018! Dieses mal Treffen wir uns im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe, um gemeinsam den FIlm „Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes“ zu gucken.

Zum Film: Ein bürgerlicher Windhund gesteht, wie er vom Filmemacher zum Vierbeiner wurde: Weil er gerade keine Förderung bekommt, sieht JULIAN sich gezwungen, einen Job als Erntehelfer anzunehmen. Als er der jungen Kanadierin CAMILLE weismacht, es handele sich dabei um die Recherche für einen kommunistischen Märchenfilm, in dem sie die Hauptrolle spielen soll, will sie ihn begleiten und Julian spinnt romantische Fantasien. So landen die beiden in der trügerischen Idylle einer ausbeuterischen Apfelplantage. Während Julian unter der körperlichen Arbeit leidet und sich vor den merkwürdigen Zimmergenossen in den Containerbaracken fürchtet, stürzt sich Camille enthusiastisch in die vermeintliche Recherche und freundet sich mit HONG und SANCHO an, zwei wundergläubige Proletarier auf der Suche nach dem Glück. Für Julian wird es zunehmend schwieriger, den kommunistischen Filmemacher zu performen, außerdem kommt ihm ein Vorzeigearbeiter mit amerikanischen Träumen in die Quere, ein stummer Mönch mit magischen Kräften und einem Sprung in der Schüssel tritt auf, die Plantagenbesitzerin wird versehentlich getötet und eine versuchte Revolution endet in Ratlosigkeit. Da kommen die Spatzen in den Bäumen mit einem unerhörten Plan…

Feb
10
Sa
„Zur Zensur von Indymedia linksunten“ @ Infoladen Bremen
Feb 10 um 19:00 – 20:00

Im August 2017 wurde Indymedia linksunten vom Bundesinnenministerium verboten. Um das Presserecht auszuhebeln, nutzte das Innenministerium das Vereinsrecht. Kurzerhand erklärten sie einige ihnen bekannte Freiburger Autonome zu Mitgliedern eines Vereins „Indymedia linksunten” und das Autonome Zentrum KTS Freiburg zum „Vereinsheim“. Das bei den Durchsuchungen aufgefundene Geld wurde als „Vereinsvermögen“ deklariert und beschlagnahmt. Einschließlich der beschlagnahmten Technik beläuft sich der materielle Schaden auf etwa 80.000 Euro.

Eigentlich müsste anhand des Beispiels Indymedia linksunten über die Bedeutung linksradikaler Medien diskutiert werden. Über gezielte Verfassungsschutzhetze im Vorfeld des Verbots und über den Fallout des G20-Gipfels in Hamburg. Über den Aufstieg der rechtsradikalen AfD und einen deutschen Wahlkampf im Herbst 2017. Stattdessen wird der Fall als Folge eines Verwaltungsakts des Bundesinnenministeriums vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt.

Wir berichten von den Razzien und vom juristischen Vorgehen gegen Verbot und Zensur. Von der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Geheimdiesten, von Denunziation und Verrat. Außerdem werfen wir einen historischen Blick auf die Repression gegen die Zeitschrift radikal, denn Indymedia ist nicht das erste Beispiel von Zensur gegen linksradikale Medien in der jüngeren Vergangenheit. Und wir wollen mit einem Rückblick auf das Projekt linksunten über Notwendigkeit, Möglichkeiten und Grenzen linksradikaler Medienarbeit diskutieren.

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Die Veranstaltung findet statt im Rahmen einer losen Veranstaltungsreihe des EA Bremen über gegenwärtige Entwicklungen von Repression in der Kontroll- und Überwachungsgesellschaft und dem entsprechenden Widerstand dagegen.