Kick it Like Sweden: Warum Mieter*innen eine Gewerkschaft brauchen

Juni 16, 2019 Kommentare deaktiviert für Kick it Like Sweden: Warum Mieter*innen eine Gewerkschaft brauchen
Wann:
11. Juli 2019 um 20:00 – 22:00
2019-07-11T20:00:00+02:00
2019-07-11T22:00:00+02:00
Wo:
Kulturzentrum Paradox
Bernhardstraße 12
28203 Bremen
Deutschland
Kontakt:
BA

Während die Mieten steigen und die Wohnungen vergammeln, wird die Wohnungssuche auch in Bremen immer schwieriger. Dabei werden immer mehr Menschen mit geringen Einkommen an den Stadtrand gedrängt. Angesagte Stadtteile wie die vordere Neustadt oder Walle werden “aufgewertet” – davon haben aber nur die Mieter*innen etwas, die sie sich ihre Wohnung dort auch in Zukunft leisten können. Sicher, trocken und in der Nähe des sozialen Umfelds zu wohnen wird Luxus.
Immer mehr Mieter*innen stehen deshalb im offenen Konflikt mit ihren Hausverwaltungen und Vermieter*innen, schließen sich in Mieter*inneninitiativen zusammen oder beteiligen sich an den bundesweiten Demonstrationen gegen “Mietenwahnsinn”. Aber wie können sich Mieter*innen organisieren, um nicht vereinzelt gegen dieses gesellschaftliche Problem anzukämpfen? Ein Vorschlag lautet: Mieter*innengewerkschaft.

Das Konzept der Mieter*innengewerkschaft ist es, das Gewerkschaftsprinzip aus der Arbeitswelt auf das Wohnen anzuwenden. Wie im Konflikt zwischen Arbeiter*innen und Unternehmer*innen sollen dabei Mieter*innen Interessenorganisationen bilden, die die Mietbedingungen mit den Vermieter*innen verhandeln. Die Forderungen würden mit verschiedensten Kampfmitteln durchgesetzt werden, wenn nötig auch mit einem Mietstreik. Infolge dessen sollen die Mietpreise nicht mehr über den Markt bestimmt, sondern im Rahmen einer Tarifautonomie festgelegt werden. Verbunden damit ist auch die Schaffung eines kollektiven Mietrechts, das ein Recht auf Mietstreik und Mitbestimmungsrechte der Mieter*innen einschließt.
Durch eine Mieter*innengewerkschaft würde zwar nicht das Privateigentum an unseren Wohnungen und der Wohnungsmarkt abgeschafft werden. Sie könnte aber ein nützliches Mittel zur Erkämpfung von besseren Wohnbedingungen sein, indem dem Wohnungskapital ein kollektives Kampfmittel der Mieter*innen entgegen gesetzt wird.

In Schweden ist dieses Modell schon lange Realität. Erkämpft wurde es von einer Mieter*innengewerkschaft, die heute für drei Millionen Mieter*innen verhandelt. In anderen Ländern haben sich in den vergangenen Jahren ebenfalls neue Mieter*innengewerkschaften gebildet. In Deutschland hat sich zumindest eine kleine Debatte darüber entwickelt. Der Sozialwissenschaftler und Aktivist Holger Marcks, der schon länger für Mieter*innengewerkschaften wirbt, stellt in der Veranstaltung das Konzept vor, das wir mit euch diskutieren wollen.

Eine K*schemme-Veranstaltung
Die K*schemme ist ein Ort zum Diskutieren, Vernetzen, Schnacken, Organisieren oder vielleicht auch nur zum nett Klönen. Das „K“ im Namen steht für Kommunismus und damit dafür, dass wir eine grundsätzliche Kritik an dieser patriarchal-kapitalistischen Gesellschaft haben. Das Sternchen soll deutlich machen, dass Kommunismus für uns die Leerstelle für eine ganz andere Gesellschaft ist, in der wir, mit unseren Bedürfnissen, im Mittelpunkt stehen und in der “alle ohne Angst verschieden sein können”. Er muss von uns noch gelebt und gefüllt werden. Vielleicht kann die K*schemme ein winziger Teil davon sein.