Kalender

Dez
15
So
Wagen- und Freiraumdemo: „Ølhafen bleibt!“ @ Doventorsteinweg
Dez 15 um 13:00 – 14:00

Eine Stadt, in der die Stadtentwicklung von den Finanzstarken bestimmt wird, Leerstand und gleichzeitiger Wohnungsmangel besteht, millionenschwere Prestigeprojekte entstehen, während die wenigen Freiräume um ihr Überleben kämpfen… Kommt dir bekannt vor?! Uns auch.

Der Wagenplatz Ölhafen ist mittlerweile seit fast einem Jahr im Hagenweg (Bremen Walle) auf einem städtischen Gelände angesiedelt. Nach langem Hin und Her, hat der Beirat Walle in der Sitzung vom 14.11.19 einer weiteren Duldung bis zum Frühjahr 2020 zugestimmt. Gleichzeitig werden Stadt und Baubehörde aufgefordert, mit uns bis Februar einen Nutzungsvertrag auszuarbeiten oder ein geeignetes Alternativgelände mit uns zu finden. Dies ist nach einer langen Phase der Unklarheiten und des dauerhaft mittels baurechtlicher Argumente Ausgebremst- werdens eine positive, nötige Entwicklung und ein Grund zur Freude.

Bis zur Unterzeichnung eines Vertrages ist es jedoch noch ein weiter Weg, welcher ohne stadtpolitische Entscheidung Zukunftsmusik bleibt. Da unkommerzielle Projekte wie der Ölhafen und viele andere in dieser kapitalistischen Gesellschaft grundsätzlich um ihre Daseinsberechtigung kämpfen müssen, ist es eben jetzt besonders wichtig sichtbar im Stadtbild zu bleiben und unsere Motivation für die Etablierung und den Erhalt unserer selbstorganisierten Räume auf die Straße zu tragen. Gerade zu Zeiten, in denen der politische Ton zunehmend rauer wird, sind diese ein essentieller Ankerpunkt im Kampf gegen die Hetze von Rechts.

Lasst uns am 15.12.2019 zusammen für eine von unten herauf gestaltete Stadtentwicklung demonstrieren. Wehrt euch gegen die Vertreibung aus euren Wohnungen und Vierteln! Gemeinsam gegen den Ausverkauf unserer Freiräume, für emanzipatorische Projekte und ein solidarisches, gutes Leben! Stadtumstrukturierung selbst gestalten!!!!

Geht mit uns zusammen auf die Straßen, euer Wagenplatz Ölhafen.

Treffpunkt ist 13:00 Uhr am Doventorsteinweg. Kommt bunt, friedlich und zahlreich.

Telegram-Kanal: t.me/oelhafen

Jan
31
Fr
Is mol wedder Tiet förn Klönschnack @ Infoladen Bremen
Jan 31 um 16:00 – 19:00

Moin,
is mol wedder Tiet förn Klönschnack!
Du wolltest uns schon immer mal kennenlernen, fragen wie wir eigentlich organisiert sind, was wir so machen und wie du bei uns am besten einsteigen kannst?
Oder einfach nur mal nett informell mit uns gemütlich schnacken? Kein Problem!

Am Freitag dem 31. Januar ist wieder Zeit für einen ordentlichen Klönschnack! Zwischen 16 Uhr bis 19 Uhr sind wir im Infoladen Bremen (St.Pauli Straße 10-12, 28203 Bremen) bei Kaffee und Tee, Keksen und Cola für dich direkt ansprechbar.

Der Klönschnack ist dabei kein Ersatz für unsere inhaltlichen Veranstaltungsreihen wie z.B. die K*schemme ( http://basisgruppe-antifa.org/wp/kschemme/ ), sondern als Ergänzung gedacht um ungezwungen ins Gespräch kommen zu können.

Feb
25
Di
Mein Bauch gehört mir ? @ kukoon
Feb 25 um 19:00 – 22:00

Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland noch immer nur unter bestimmten Bedingungen straffrei, also generell strafbar. Aber warum will der Staat eigentlich manche Schwangerschaftsabbrüche so massiv erschweren, und andere weniger? Warum sind weibliche* Körper, Familie und Gesundheit so wichtige politische Kampffelder? In diesem Workshop soll mit Euch über Moral, Bevölkerungspolitik und individuelle Entscheidungsfreiheit diskutiert und feministische Perspektiven auf das Thema entwickelt werden.

„Eine Veranstaltung des Frauen*Streik Bündnis“
Fb-Link: https://www.facebook.com/FStreik/

Allgemeiner Pressetext:

Feministisches / Frauen*Streik Bündnis Bremen

solidarisch. queer. antikapitalistisch. antirassistisch.

Wir streiken gegen den alltäglichen Sexismus, gegen Prekarisierung von
Care-Berufen, gegen Ausbeutung und Gewalt.
Wir streiken für gleichen Lohn für gleiche Arbeit, für gesellschaftliche
Anerkennung und für das Recht, über unsere Körper selbst zu bestimmen.
Wir bestreiken alle Arbeit, die im Patriarchat abgewertet wird – ob
bezahlte Arbeit in Büros und Fabriken oder unbezahlte Arbeit in
Familien, Vereinen, Freundschaftskreisen und Beziehungen, zu Hause und
in Schlafzimmern.
Wir streiken am und um den internationalen Frauen*kampftag, dem 08.
März, in Bremen – schließ Dich an!
Du bist herzlich eingeladen zu unseren offenen Treffen jeden ersten
Sonntag im Monat. Das Treffen ist offen für alle, die sich nicht als
Cis-Männer angesprochen fühlen.
Ab 14h30 im BDP-Haus, Am Hulsberg 136, 28250 Bremen

* Mit dem Sternchen meinen wir, dass ‘Frau‘ nicht als biologische
Kategorie zu verstehen ist, sondern als gesellschaftliche
Position(ierung) innerhalb des Patriarchats.

Feb
28
Fr
Is mol wedder Tiet förn Klönschnack! @ Infoladen Bremen
Feb 28 um 16:00 – 19:00

Moin,
is mol wedder Tiet förn Klönschnack!
Du wolltest uns schon immer mal kennenlernen, fragen wie wir eigentlich organisiert sind, was wir so machen und wie du bei uns am besten einsteigen kannst?
Oder einfach nur mal nett informell mit uns gemütlich schnacken? Kein Problem!

Am Freitag dem 28. Februar ist wieder Zeit für einen ordentlichen Klönschnack! Zwischen 16 Uhr bis 19 Uhr sind wir im Infoladen Bremen (St.Pauli Straße 10-12, 28203 Bremen) bei Kaffee und Tee, Keksen und Cola für dich direkt ansprechbar.

Der Klönschnack ist dabei kein Ersatz für unsere inhaltlichen Veranstaltungsreihen wie z.B. die K*schemme ( http://basisgruppe-antifa.org/wp/kschemme/ ), sondern als Ergänzung gedacht um ungezwungen ins Gespräch kommen zu können.
Wir freuen uns auf dich!

La vie en jaune – Die Kämpfe der Gelbwesten „Gilets Jaunes“ @ Kulturzentrum Lagerhaus / Etage 3
Feb 28 um 19:30 – 20:30

Soliveranstaltungstour zu den Kämpfen der Gelbwesten „Gilets Jaunes“ in Frankreich.
Vortrag und Diskussion mit „Rouen Dans la Rue“ und Genoss*innen aus Paris.

La vie en jaune – Die Kämpfe der Gelbwesten „Gilets Jaunes“


Freitag, 28. Februar 2020, 19.30 Uhr, Kulturzentrum Lagerhaus / Etage 3, Schildstraße 12-19, 28203 Bremen


⏬ See below for English text

⏬ Voir plus bas pour le texte en français

In den internationale Medien kursieren Bilder von zum Stillstand gekommenen Zugstrecken und überfüllten Bahnhöfen aus Frankreich. Die Macron-Regierung macht sich gerade an eine Rentenreform und der Widerstand dagegen hat nicht lange auf sich warten lassen. Frankreich ist seit einigen Jahren wieder in Aufruhr.

Bereits 2016 kommt es mit den Protesten gegen die Arbeitsmarktreform zu Mobilsierungen in einem Ausmaß wie sie in Frankreich schon eine Weile nicht mehr gesehen worden sind. Doch keine zwei Jahre später, bereits im November 2018, tritt unerwartet die Gelbwestenbewegung auf den Plan und durchzieht das gesamte Land, die Auseinandersetzung auf der Straße geht noch einen Schritt weiter.

Ausgelöst durch die Erhöhung der Benzinsteuer, geht im Internet ein Aufruf durch die sozialen Netzwerke in dessen Anschluss landesweit massenhaft Kreisverkehre und Mautstationen besetzt werden. Während der Aufruf landesweit in unzähligen Facebookgruppen diskutiert wird, während jene die gern als Politikverdrossene abgetan werden ihren Protest auf die Straßen tragen, bleiben Journalist*innen und viele linke Aktivist*innen und Organisationen erst einmal auf Distanz. Über Monate bestimmten die Gelbwesten das Bild der Straßen in Frankreich, ob auf dem Land oder in den großen Metropolen. Während sich in den Städten die Wut in Militanz verwandelte, wurden die Kreisel zu Orten der Diskussion und Vernetzung von unten. Doch die Antwort des Staates ließ nicht lange auf sich warten – und diese kam in aller Härte. Während der Nebel des Tränengases sich noch nicht von den luxuriösen Pariser Champs-Elysee verzogen hat, zählt die Bewegung ihre Verletzten und Gefangenen. Doch auch wenn die schonungslose Repression einem großen Teil der Bewegung hart zugesetzt hat, zeigen sich auch nach über einem Jahr immer noch tausende Gilets Jaunes in den Straßen Frankreichs.

Die Gelbwestenbewegung hat viel Faszination aber auch Ablehnung ausgelöst und genauso viele Fragen aufgeworfen. Aus diesem Grund wollen wir mit der Solitour auch im internationalen Kontext Erfahrungen aus der Gelbwestenbewegung wie auch konkrete Perspektive und Analysen vorstellen. Die Genoss*innen werden über die Entwicklung und Vehemenz der Proteste, deren Bedeutung für die sozialen Auseinandersetzungen in Frankreich, sowie über die Lage der vielen Gefangenen und der Repression sprechen. Aber natürlich auch, über die Perspektiven der Auseinandersetzungen und ihre internationale Bedeutung.

„Die Zeit der europäischen Erhebungen von unten ist zurück und die der Gelbwesten ist ein Verweis auf Weitere, die kommen werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, ihre Besonderheiten, Facetten zu greifen und zu verstehen“

Alle Spenden und Einnahmen gehen an Betroffene der Repression.


// ENGLISH

La vie en jaune

In November 2018, France is shattered by an unexpected and puzzling event. For weeks, social networks are flooded with calls to go out into the streets and block the roads against a fuel tax. The call, initiated by truck drivers, unaffiliated citizens and multiple facebook groups, spread quickly. The movement started entirely unbeknown to the traditional activist and news networks. Roundabouts and crossroads were occupied; people started marching, blocked roads, rose up and attacked Paris. A people burst forth. A brutal repression took its toll on its live forces, but still it pulses. We are still thousands marching throughout France. The smell of burnt plastic and tear gas still floats in Parisian streets, a telling sign of the tireless effort of the yellow vests, one full year after the spark.

Since November 2018, we are the witness and the actors of the most significant French revolt we have ever known. During this tour, we will use our experience to present the singularities of this movement. We will explain what it changed in the recent history of French rebellions, as well as what it may foreshadow for the inevitable popular outbursts elsewhere in Europe.


// FRANÇAIS

La vie en jaune

En novembre 2018, la France est secouée par un phénomène inattendu et déroutant. Pendant des semaines, un appel à descendre dans la rue et bloquer les routes contre la taxe sur le carburant inonde les réseaux sociaux. Lancé par une myriade de groupes Facebook, de routiers et simples citoyens, cet appel s’est diffusé comme une traînée de poudre. Complètement en dehors des radars journalistiques et militants, le mouvement prend possession des ronds-points et des carrefours, improvise des cortèges, bloque les routes, se soulève et prend d’assaut la capitale. Un peuple a surgi. Si le traitement répressif sévère et implacable semble avoir eu raison d’une partie de ses forces vives, il gronde encore. Nous sommes encore des milliers à battre le pavé partout en France. Certaines rues de Paris sont plongées sous les gaz. On y respire une fine odeur de plastique brûlé et de lacrymogène, signe de la persévérance des gilets jaunes un an après l’étincelle.

Depuis novembre 2018, nous sommes les témoins et les protagonistes de la plus grande révolte française que nous ayons connue. Au cours de cette tournée, nous reviendrons sur notre expérience et sur les singularités de ce mouvement, ce qu’il vient modifier dans l’histoire récente des révoltes françaises, et peut-être ce qu’il présage pour les inévitables explosions populaires dans le reste de l’Europe.