{"id":974,"date":"2012-04-26T17:00:39","date_gmt":"2012-04-26T16:00:39","guid":{"rendered":"http:\/\/basisgruppe-antifa.org\/?p=974"},"modified":"2013-03-24T08:51:56","modified_gmt":"2013-03-24T07:51:56","slug":"fur-ein-ende-der-gewalt-fight-capitalism-100","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/basisgruppe-antifa.org\/wp\/2012\/04\/26\/fur-ein-ende-der-gewalt-fight-capitalism-100\/","title":{"rendered":"16.-19.Mai: Wenn Frankfurt, dann ums Ganze! Barrio Anticapitalista auf dem Blockupy-Camp"},"content":{"rendered":"<p><strong>F\u00fcr ein Ende der Gewalt<\/strong><br \/>\nDer europ\u00e4ische Kapitalismus soll mit immer brutaleren Ma\u00dfnahmen saniert werden. Trotzdem greift die Krise weiter um sich, nach Griechenland steht Spanien vor dem Kollaps. Widerstand hatte es bislang schwer, denn die Proteste waren nationalstaatlich gespalten. Mit den europaweiten Krisenprotesten 2012 soll sich das \u00e4ndern.<\/p>\n<p>R\u00fcckblick: Am 31. M\u00e4rz fand der europaweite Aktionstag M31 \u2013 European Day of Action against Capitalism statt. In \u00fcber 40 St\u00e4dten wurde mit Demonstrationen, Kundgebungen und Versammlungen ein Zeichen gegen neoliberale Krisenpolitik und das Elend des globalen Kapitalismus gesetzt. Der Aktionstag war ein erster Schritt, antikapitalistische Kritik \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg zu vernetzen. In Deutschland fand die zentrale Demonstration mit \u00fcber 6ooo Teilnehmenden in Frankfurt am Main statt. Am Rande der Demonstration kam es zu direkten Aktionen gegen Institutionen kapitalistischer Disziplinierung: den Sitz der EZB, eine Arbeitsagentur, eine Leiharbeitsfirma und die Stadtwache.<\/p>\n<p><strong>\u201cIt\u2019s not enough to be angry\u201d<\/strong><br \/>\nVom 16.-19. Mai 2012 steigen die n\u00e4chsten Action Days in Frankfurt: Blockupy Frankfurt, mit Versammlungen, Blockaden und einer internationalen Demo. Neben antikapitalistischen Gruppen werden sich vor allem globalisierungskritische Initiativen und ein breites Spektrum aus Krisenb\u00fcndnissen, Gewerkschaftslinken, Occupy und Attac beteiligen. Gerade hier kommt es also darauf an, unsere Kritik an Staat, Nation und Kapital in die Diskussion und auf die Stra\u00dfe zu tragen. Ein Erfolg des bundesweiten M31-B\u00fcndnis war seine Kritik verk\u00fcrzter Krisenanalysen und Reformkonzepte. Wir konnten zeigen, dass nicht die vermeintliche \u201cGier\u201d von \u201cBankern und Bonzen\u201d das Problem ist, sondern der Kapitalismus selbst, als gesellschaftliches System. Eine solche Kritik ums Ganze m\u00fcssen wir in den Krisenprotesten verankern. Andernfalls werden auch diese Proteste vereinnahmt. Wir m\u00fcssen das Spektakel des Bestehenden herausfordern, eine radikale Kritik entwickeln und uns weiter organisieren.<\/p>\n<p><strong>In diesem Sinne: f\u00fcr den Kommunismus!<\/strong><\/p>\n<p>Seid widerst\u00e4ndig und kommt zu den European Action Days vom 16.-19. Mai in Frankfurt<\/p>\n<p><em>\u2026umsGanze! organisiert ein Barrio Anticapitalista auf dem Blockupy-Camp, mit Workshops, Diskussionen und lecker Bierchen. Programm folgt.<\/em><\/p>\n<p>Internationale Demonstration: Samstag, 19. Mai 2012 12 Uhr Hauptbahnhof<br \/>\nKommt zum antikapitalistischen Block!<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr ein Ende der Gewalt \u2013 Kapitalismus abschaffen!<\/strong><\/p>\n<p><em>Die im kommunistischen &#8222;ums Ganze!&#8220; B\u00fcndnis organisierte autonome antifa [f] aus Frankfurt\/Main hat ebenfalls einen Aufruf f\u00fcr die Blockupy Aktionstage in Frankfurt\/Main ver\u00f6ffentlicht.<\/em><\/p>\n<p><strong>Aufruf zur antikapitalistischen Beteiligung an den Blockupy-Aktionstagen vom 16-19.Mai in Frankfurt\/Main<\/strong><\/p>\n<p>Nach der antikapitalistischen Demo vom 31. M\u00e4rz in Frankfurt geistert mal wieder ein Gespenst durch die bundesdeutschen Medien: Die \u201eextremistische Gewalt\u201c von \u201eChaoten\u201c. Von FAZ bis Frankfurter Rundschau ist man sich einig. Dass die \u201eGewalt\u201c an diesem Tag ausnahmsweise mal nicht nur von der Polizei ausging, das ist ein Skandal! Da spielt es auch keine Rolle, dass sich der Gro\u00dfteil der militanten Aktionen an diesem Tag zielgenau gegen die EZB, eine Wache der Stadtpolizei, ein Luxushotel in dem die Abgesandten der Troika residieren sowie Jobcenter und Leiharbeitsfirmen, also Orte und Symbole der autorit\u00e4ren Krisenverwaltung, gerichtet hat. Medial wird trotzdem der Eindruck erweckt, ein verr\u00fcckter Mob habe in der Frankfurter Innenstadt wahllos Jagd auf PassantInnen gemacht. Vergessen sind die zahlreichen Berichte \u00fcber Polizeigewalt aus den letzten Jahren, wie z.B. die Erschie\u00dfung Christy Schwundecks durch die Polizei in einem Frankfurter Jobcenter. Auch die Massenfestnahmen von fast 500 Menschen und die \u00fcber 130 zum Teil schwer verletzten DemonstrantInnen am 31. M\u00e4rz sind, wenn \u00fcberhaupt, nur Randnotizen. Selbst die soziologische Binsenweisheit, dass Gewalt nicht einfach vom Himmel f\u00e4llt, schafft es nicht einmal in die sozialliberale Presse. Ganz im Gegensatz \u00fcbrigens zum Lamento der Gewerkschaft der Polizei, die nicht etwa die zunehmende soziale Spaltung, sondern allen Ernstes den \u201emangelnden Respekt gegen\u00fcber Uniformen\u201c f\u00fcr die steigende \u201eGewaltbereitschaft gegen\u00fcber Polizisten\u201c verantwortlich machen will. Die Gr\u00fcndung einer 25-k\u00f6pfigen Sonderkommision durch die Frankfurter Polizei \u201ezur Ergreifung der Gewaltt\u00e4ter vom 31. M\u00e4rz\u201c scheint in dieser Logik nur konsequent. Besonders \u00fcberraschend ist das alles nicht. Wer das staatliche Gewaltmonopol praktisch in Frage stellt, der\/die hat in diesem Land nicht mit Verst\u00e4ndnis zu rechnen. So ist linke Gesellschaftskritik hier immer vor die Wahl gestellt entweder medial keine Rolle zu spielen oder als bad guy d\u00e4monisiert zu werden. Das gilt gerade f\u00fcr Krisenzeiten in den der demokratische Lack des Kapitalismus bekanntlich d\u00fcnn ist. Dementsprechend wird auch das linke B\u00fcndnis Blockuppy, das im Mai eine Blockade der EZB organisieren will, bereits jetzt mit Verbotsdrohungen \u00fcberzogen.<\/p>\n<p>Wir meinen: Kein Grund sich einsch\u00fcchtern zu lassen. Die Aktionen am 31. M\u00e4rz in Frankfurt haben, bei aller berechtigten Detailkritik, doch \u00fcber die Landesgrenzen hinaus deutlich gemacht, dass es auch hierzulande ein Potential f\u00fcr antikapitalistischen Widerstand gibt. Dass nun in vielen Medien \u00fcber Gewaltfreiheit debattiert wird, k\u00f6nnte in diesem Sinne auch eine Chance f\u00fcr die Linke sein. Denn: ein Ende der Gewalt, wie es nun ausgerechnet die Fans dieser Gesellschaftsordnung fordern, das geht nur ohne Kapitalismus. Wir rufen daher dazu auf, sich weder vom medialen Geklingel noch der polizeilichen Repressionsdrohungen beeindrucken zu lassen und sich an den Mai-Aktionen gegen die autorit\u00e4re Krisenpolitik der Troika zu beteiligen. Widerstand braucht Kontinuit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>We didn\u2019t start the fire\u2026<\/strong><br \/>\nEs braucht keine Krise und man muss nicht erst nach Athen oder in die franz\u00f6sischen Banlieus schauen um zu sehen: Die kapitalistische Gesellschaft beruht auf den Prinzipien von Herrschaft und Unterdr\u00fcckung. Obwohl die menschliche Gesellschaft heute die technischen M\u00f6glichkeiten daf\u00fcr h\u00e4tte, dass niemand mehr unn\u00f6tig leiden muss, wird das Leben der meisten Menschen immer prek\u00e4rer. Und diejenigen, die sich den gesellschaftlichen Normen nicht freiwillig unterordnen, werden mit Gewalt dazu gezwungen. Das Hartz IV-Regime bringt das auf den Punkt: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht mehr essen d\u00fcrfen. Nur wer sich f\u00fcr den nationalen Standort n\u00fctzlich macht, soll auch leben k\u00f6nnen. Der Rest ist \u2013 wie die Bildzeitung bei jeder Gelegenheit verk\u00fcndet \u2013 \u201clebensunwerter Humanm\u00fcll\u201d. Und Menschen, die keinen EU-Pass haben, m\u00fcssen sich gleich doppelt und dreifach beweisen. Von ihnen wird nicht nur Leistung verlangt, sondern permanente Spitzenleistung. Und wenn sie diese nicht mehr erbringen k\u00f6nnen werden sie \u2013 ganz gewaltfrei nat\u00fcrlich \u2013 abgeschoben.<\/p>\n<p>Gleichzeitig schlie\u00dft das b\u00fcrgerliche Selbstverst\u00e4ndnis die eigene Gewaltt\u00e4tigkeit aus, um sie daf\u00fcr am jeweils Anderen wahrnehmen zu k\u00f6nnen. Als das Andere des b\u00fcrgerlichen Selbstverst\u00e4ndnisses aber erscheint Gewalt immer als das unmoralische schlechthin. Alle spezifischen Formen von Gewalt werden so unterschiedslos eingeebnet. Da ist es dann egal ob AntikapitalstInnen eine Leiharbeitsfirma attackieren oder Neonazis einen Menschen wegen seiner Herkunft ermorden \u2013 alles Missachtung des staatlichen Rechts, folglich alles \u201eGewalt\u201c. Dabei ist es mit der Gewaltlosigkeit der b\u00fcrgerlichen Demokratie selbst nicht weit her, da gerade ihre Gewaltlosigkeit stets nur am Rockzipfel des staatlichen Gewaltmonopols h\u00e4ngt. Die b\u00fcrgerliche Gewaltfreiheit ist insofern weniger als ein tats\u00e4chlicher Verzicht auf Gewalt ernst zu nehmen, denn als die Drohung, die \u201eRuhe und Ordnung\u201c von Ausbeutung und Konkurrenz im Zweifelsfall mit aller Gewalt zu verteidigen. Mit anderen Worten: \u201eDie Antwort, die dieses System dem \u201aUmsturz aller Verh\u00e4ltnisse in denen der Mensch ein geknechtetes Wesen ist` erteilt, findet sich nicht in der Wissenschaft, sondern im Strafgesetzbuch\u201c (Johannes Agnoli).<\/p>\n<p>Daher sollte eine antikapitalistische Bewegung darauf bestehen, dass weder Staatsgewalt noch Medien die Stra\u00dfenverkehrsordnung f\u00fcr den Widerstand gegen die autorit\u00e4re Krisenpolitik zu bestimmen haben. Das hei\u00dft nicht, dass jede militante Aktion gut und jede Action n\u00f6tig ist. Im Gegenteil setzt Militanz immer ein besonderes Ma\u00df an Verantwortlichkeit voraus und darf vor allem keine Unbeteiligten gef\u00e4hrden. Gerade deswegen ist aber das Strafgesetzbuch, das mit der kapitalistischen Eigentumsordnung stets auch Ohnmacht und Armut in Mitten von Reichtum absichert, ganz sicher kein Ma\u00dfstab f\u00fcr antikapitalistische Aktionen. Eine Linke, die sich ernst nimmt, sollte daher die ausgerechnet von Seiten des hessischen Innenministers \u2013 und mithin Chefs des gr\u00f6\u00dften Gewaltapparates am Ort \u2013 gestellte Forderung nach \u201eDistanzierung\u201c und \u201eGewaltverzicht\u201c als das behandeln, was sie ist: Eine Unversch\u00e4mtheit. Die Lebensperspektiven von Millionen von Menschen weltweit der Sanierung eines menschenverachtenden Systems opfern und dem Widerstand dagegen dann auch noch Vorschriften machen wollen \u2013 das k\u00f6nnte fast Lustig sein, wenn es denn nicht immer wieder funktionieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Moving targets<\/strong><br \/>\nDabei ist es nat\u00fcrlich richtig, was gegen uns Freundinnen und Freunde der radikalen Kritik und Praxis immer wieder angef\u00fchrt wird: Den Kapitalismus als soziales Verh\u00e4ltnis kann man nicht kaputt schlagen und die Auseinandersetzung mit der Polizei bietet keine Perspektive. Auch l\u00e4sst sich \u2013 wie von reformistischer Seite gerne eingewendet wird \u2013 mit einer radikalen Kritik des Kapitalismus hierzulande bisher noch kein Blumentopf gewinnen, geschweige denn eine Massenbewegungen lostreten. Dabei w\u00e4re diese doch angesichts der rasanten sozialen Versch\u00e4rfungen in ganz Europa vielleicht wenigstens ein erster Schritt. Doch auch wenn wir keinen Masterplan zur Revolution haben, \u00fcbersieht solch wohltemperierter Realismus immer wieder das Naheliegende: Es ist nicht die radikale Kritik, die die Zw\u00e4nge von Staat, Nation und Kapital ins Werk setzt. Der \u00dcberbringer der schlechten Nachricht ist nicht ihr Verursacher. Daher bringt es nichts, sich und den Leuten immer wieder einzureden, dass die Lage schon nicht so schlimm sei, wie sie tats\u00e4chlich ist. Also zu meinen, dass das alles mit ein bisschen Verm\u00f6gensteuer hier, ein bisschen Bankenregulierung da und auch wenig Bewegungsrummel dort schon in Ordnung kommen wird. Mal ganz abgesehen davon, dass offenbar nicht einmal so ein reformerisches Minimalprogramm \u2013 wie die seit Jahren so friedlichen wie erfolglosen Vorschl\u00e4ge einer alternativen Wirtschaftspolitik zeigen \u2013 ohne militante soziale K\u00e4mpfe gegen Staat und Kapital umsetzbar ist.<\/p>\n<p>Denn der Kapitalismus funktioniert seit jeher nur, weil die Wirtschaft um der Verwertung und eben nicht der Bed\u00fcrfnisse willen l\u00e4uft \u2013 ganz egal, wie viel irgendwelche Banker verdienen. Es ist dieses einfache kapitalistische Prinzip, dessen selbstzerst\u00f6rerische Wirkung heute auch in den westlichen Metropolen immer deutlicher wird. Denn es geh\u00f6rt eben zu den verr\u00fcckten Widerspr\u00fcchen des Kapitals, dass dessen ungeheurer Produktivit\u00e4tssprung durch Digitalisierung und Automatisierung nicht etwa ein gutes Leben f\u00fcr alle erm\u00f6glicht hat. Im Gegenteil: Die Arbeit wurde verdichtet, das Arbeitstempo beschleunigt und der Leistungsdruck erh\u00f6ht. Weltweit m\u00fcssen sich immer mehr Menschen zu den schlimmsten Bedingungen verkaufen, weil ihre Arbeitskraft gemessen am g\u00fcltigen Produktivit\u00e4tsniveau immer weiter entwertet wird. Zu den Widerspr\u00fcchen des Kapitalismus geh\u00f6rt aber auch, dass er sich damit die eigenen Grundlagen entzieht. Denn eine Gesellschaft, die auf der Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft beruht, st\u00f6\u00dft an Grenzen, wenn sie diese Arbeitskraft in wachsendem Ma\u00dfe \u00fcberfl\u00fcssig macht. Die weltwirtschaftliche Dynamik wird schon seit \u00fcber drei\u00dfig Jahren vor allem durch eine immer gr\u00f6\u00dfere Aufbl\u00e4hung von Spekulation und Kredit in Gang gehalten. Das Kapital ist also an die Finanzm\u00e4rkte ausgewichen, weil die vielgelobte Realwirtschaft selbst keine ausreichenden Anlagem\u00f6glichkeiten mehr bot. Die Staaten verschuldeten sich, um ihre Haushalte zu decken und immer mehr Menschen finanzierten ihren Konsum direkt oder indirekt auf Pump. Die Grenzen dieses Krisenaufschubs sind nun erreicht. Grund zur Freude ist das nicht. Die Folgen werden weitere, drastische Verschlechterungen sein. Denn nun entl\u00e4dt sich das gesamte aufgestaute Krisen und Entwertungspotential der letzten drei\u00dfig Jahre mit voller Wucht. Die staatliche Politik hat allenfalls Einfluss auf das Tempo und den Verlauf dieses Prozesses. Grunds\u00e4tzlich aufhalten kann sie ihn nicht.<\/p>\n<p>Die aktuelle Krise markiert das Ende des neoliberalen Gl\u00fccksversprechens von \u201eWohlstand und Demokatie\u201c und damit erreicht die chronische Krise des Kapitalismus, die sich schon in den 1970er Jahren abzeichnete, eine neue Stufe. Diese Krise ist also nicht die eines spezifischen \u201eRaubtierkapitalismus\u201c wie unter Mobilisierung antiamerikanischer Emotionen mit teils deutlich antisemitischem Einschlag h\u00e4ufig behauptet wird. Vielmehr zeigt sich nun, dass die Welt f\u00fcr die armselige kapitalistische Ordnung l\u00e4ngst zu reich ist. Denn: Nicht die \u201eSpekulanten\u201c und die Finanzm\u00e4rkte sind das Problem, sondern der Wahnsinn einer Gesellschaft, die Gebrauchswerte nur als Abfallprodukt gelingender Kapitalverwertung produziert. Eine R\u00fcckkehr zu einem scheinbar soliden, auf dem Einsatz von Massenheeren der Arbeit gegr\u00fcndeten Kapitalismus ist insofern weder m\u00f6glich noch w\u00fcnschenswert. Aber jedes Opfer, das nun abverlangt wird, um die zerst\u00f6rerische Dynamik dieser widersinnigen Produktions- und Lebensweise weiter in Gang zu halten, ist ein Hohn auf das gute Leben, das l\u00e4ngst m\u00f6glich w\u00e4re: in einer Gesellschaft jenseits von Warenproduktion und Staat. Theoretische wie praktische Radikalit\u00e4t ist vor diesem Hintergrund keine Frage des Lifestyles, sondern der Ehrlichkeit.<\/p>\n<p><strong>Join us in action<\/strong><br \/>\nEs wird immer deutlicher: Die Krise selbst stellt die Systemfrage. Es kommt daher darauf an, wie wir sie beantworten. Denn auch wenn die Chancen f\u00fcr eine emanzipatorische Antwort nicht gut scheinen und wir vielleicht tats\u00e4chlich \u201eauf verlorenem Posten\u201c (Slavoj \u017di\u017eek) stehen, stehen wir doch nicht mit dem R\u00fccken zur Wand. Der ideologische Kitt des Kapitalismus beginnt in vielen L\u00e4ndern zu br\u00f6ckeln, w\u00e4hrend gleichzeitig die technischen M\u00f6glichkeiten das menschliche Elend und die Gewalt der Krisenverwaltung weltweit als offensichtlich absurd kennzeichnen: Obdachlose vor leeren, aber polizeilich bewachten H\u00e4user in den USA, Erh\u00f6hung des Renteneintrittsalters bei hoher Jugendarbeitslosigkeit in Italien, Erh\u00f6hung der Wochenarbeitszeit trotz Produktivit\u00e4tszuwachs in der BRD, usw. usf. Insofern ist eine klare antikapitalistische Perspektive keine abstrakte Pflicht\u00fcbung. Vielmehr kann sie in Frankfurt wie in Athen unmittelbar daran ankn\u00fcpfen, dass es heute um den Kampf um unsere eigenen, banalen Lebensinteressen geht. Dieser Kampf muss zwar wesentlich im Alltag stattfinden, aber in einer Situation in der insbesondere hierzulande noch weitgehend Ruhe herrscht, kann die symbolische Auseinandersetzung soziale Prozesse ansto\u00dfen. Und das ist bitter notwendig. Auch ohne in den klassischen linken Alarmismus zu verfallen l\u00e4sst sich schlie\u00dflich festhalten, dass ein \u201eWeiter so\u201c keine Perspektive ist. Die kapitalistische Standortkonkurrenz l\u00e4sst nur noch die Varianten einer grenz\u00fcbergreifenden Vernetzung und Radikalisierung sozialer K\u00e4mpfen \u2013 d.h. insbesondere einer Solidarit\u00e4t jenseits der Nationalstaaten \u2013 oder einen weiteren Wettlauf in den Abgrund zu. Daher gilt: Genauso wenig, wie eine populistischen Bankenkritik die Leute zu AntikapitalistInnen macht, ist die identit\u00e4re Kultivierung der eigenen Entt\u00e4uschung im Bewegungsbashing sinnvoll. Sie ist nur eine andere Variante des Einrichtens im krisenhaften Normalzustand. Denn grunds\u00e4tzliche Ver\u00e4nderung ist noch immer aus Handlungen entstanden, die zur Bewegungen wurden. Diese Aufgabe wird den Menschen guten Willens gerade heute kein revolution\u00e4res Subjekt und keine List der Vernunft abnehmen. Es liegt daher jetzt an der Linken, eine emanzipatorische Kritik an dem Gewaltverh\u00e4ltnis von Staat, Nation und Kapital praktisch wie theoretisch in das Zentrum der sozialen Auseinandersetzung zu bringen. Die Blockuppy-Aktionstage bieten mit ihrer internationalen Mobilisierung gegen die autorit\u00e4re Krisenpolitik und G\u00e4sten aus ganz Europa dazu zahlreiche Anl\u00e4sse.<\/p>\n<p>Join the Actiondays \u2013 F\u00fcr ein Ende der Gewalt \u2013 Fight Capitalism 100%<br \/>\n<strong><br \/>\nKommt zum Umsganze-Barrio auf dem Camp von Blockupy am 16. und 17. Mai, beteiligt euch an der Blockade der EZB am 18. Mai und macht mit beim antikapitalistischen Block auf der internationalen Gro\u00dfdemonstration am 19. Mai!<br \/>\n<\/strong><br \/>\n<em>autonome antifa [f], April 2012<\/em><\/p>\n<div><object style=\"width: 420px; height: 297px;\" width=\"320\" height=\"240\" classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><param name=\"menu\" value=\"false\" \/><param name=\"wmode\" value=\"transparent\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/static.issuu.com\/webembed\/viewers\/style1\/v2\/IssuuReader.swf\" \/><param name=\"flashvars\" value=\"mode=mini&amp;backgroundColor=%23222222&amp;documentId=120424152337-f0aed6b71f7645148637b4cde5166ef0\" \/><\/object><\/p>\n<div style=\"width: 420px; text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/issuu.com\/antifa_f\/docs\/aufruf-blockupy?mode=window&amp;backgroundColor=%23222222\" target=\"_blank\">Open publication<\/a> &#8211; Free <a href=\"http:\/\/issuu.com\" target=\"_blank\">publishing<\/a> &#8211; <a href=\"http:\/\/issuu.com\/search?q=anticapitalism\" target=\"_blank\">More anticapitalism<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr ein Ende der Gewalt Der europ\u00e4ische Kapitalismus soll mit immer brutaleren Ma\u00dfnahmen saniert werden. 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