{"id":4727,"date":"2022-09-01T13:49:47","date_gmt":"2022-09-01T11:49:47","guid":{"rendered":"http:\/\/basisgruppe-antifa.org\/wp\/?p=4727"},"modified":"2022-10-31T18:24:32","modified_gmt":"2022-10-31T17:24:32","slug":"interview-die-preise-muessen-runter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/basisgruppe-antifa.org\/wp\/2022\/09\/01\/interview-die-preise-muessen-runter\/","title":{"rendered":"Interview: Die Preise m\u00fcssen runter!"},"content":{"rendered":"<p>[responsivevoice_button voice=&#8220;Deutsch Female&#8220; responsivevoice_button buttontext=&#8220;Beitrag vorlesen&#8220;]<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Preise m\u00fcssen runter! Doch wie soll das eigentlich gehen, was macht das <a href=\"http:\/\/bremen.preise-runter.org\/\">Bremer B\u00fcndnis gegen Preiserh\u00f6hungen <\/a>und wie sind wir als antiautorit\u00e4re Kommunist*innen dazu gekommen uns gegen die Preiserh\u00f6hungen zur Wehr zu setzen? Diese und viele andere Fragen durften wir zu unserer gro\u00dfen Freude den Genoss*innen der <a href=\"https:\/\/radikale-linke.at\/de\/home\/\">Plattform Radikale Linke aus Wien<\/a> in einem Interview beantworten. Doch lest am besten selber:<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Preise m\u00fcssen runter! Im Interview mit der Basisgruppe Antifaschismus Bremen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Die Preise werden immer h\u00f6her. Viele Menschen f\u00fcrchten schon diesen Winter ihre Miete, die Strom- und Gasrechnung, die hohen Sprit- und Lebensmittelkosten nicht mehr bezahlen&nbsp;<\/strong><strong>zu&nbsp;<\/strong><strong>k\u00f6nnen. Von einem &#8222;hei\u00dfen Herbst&#8220; und einem &#8222;Wutwinter&#8220; ist bereits die Rede. W\u00e4hrend sich Rechte und Rechtsextreme bereits wieder in Stellung bringen, bleibt die spannende Frage, wie die gesellschaftliche Linke und linksradikale Gruppen reagieren. Erste Organisierungsversuche gibt es bereits in vielen St\u00e4dten, am weitesten ist man aber sicher in Bremen. Wie ist es dazu gekommen, seit wann besch\u00e4ftigt ihr euch intensiv mit der Thematik?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bremen ist das Bundesland mit der in Deutschland h\u00f6chsten Armuts- und Erwerbslosenquote. In einem Teil Bremens der auch geografisch ein bisschen vom Rest getrennt ist, Bremen-Nord, befindet sich das Solidarische Zentrum Bremen. In dem bietet der <a href=\"http:\/\/bev-bremen.org\">Bremer Erwerbslosenverband (BEV)<\/a> fast t\u00e4glich Beratung gegen &#8222;Arbeit, Miete und \u00c4mter&#8220; an. Hier wohnen besonders viele arme Menschen. Die Beratung wird seit vielen Jahren j\u00e4hrlich von mehreren tausend Menschen in Anspruch genommen. Linke gibt es dort nicht weiter, aber daf\u00fcr Nazis, Islamisten, &#8222;Graue W\u00f6lfe&#8220; und andere Rechte. Wir stehen mit den dort arbeitenden Genoss*innen in einem engen Austausch und haben deswegen bereits im Mai dieses Jahres erfahren, dass es in der Beratung dort eigentlich vor allem nur noch ein Thema gab: Die Preiserh\u00f6hungen. Das deckte sich mit unseren eigenen Erfahrungen beim Einkaufen, in unserem Leben und so beschlossen wir dazu zu arbeiten.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wo habt ihr in eurer Arbeit angesetzt? Was waren erste Schritte? Wie haben diese ausgesehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zu Beginn haben wir uns erstmal selber mit dem Thema auseinandergesetzt. Und zwar in \u00f6ffentlichen Veranstaltungen. Wir haben uns eingelesen und gegenseitig geschult. Denn f\u00fcr uns waren und sind manche Zusammenh\u00e4nge nat\u00fcrlich auch nicht gleich klar. Dabei wollten wir von Anfang an interessierte Personen dabeihaben. Die Gruppe <a href=\"https:\/\/www.solidarisch-in-aktion.org\">&#8222;Solidarisch in Aktion&#8220; (SoliA)<\/a>, eine mit uns verb\u00fcndete, offene Gruppe, ebenfalls aus dem <a href=\"http:\/\/bev-bremen.org\/solidarisches-zentrum\/\">Solidarischen Zentrum <\/a>in Bremen-Nord, hat mit Plakaten \u00f6ffentlich zu den Veranstaltungen eingeladen. Die Plakate waren sehr popul\u00e4r gehalten, \u00fcber dem Bild einer Flasche mit Brat\u00f6l stand <a href=\"https:\/\/www.solidarisch-in-aktion.org\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/hp-850x550.png\">&#8222;\u00d6l f\u00fcr 3,30 Euro? Es reicht!&#8220;<\/a> 3,30 Euro, aus heutiger Perspektive nat\u00fcrlich ein Schnapper.&nbsp; Zu den Veranstaltungen, bei denen wir uns konkret am Beispiel der norddeutschen Butter und der italienischen Tomaten mit Preisbildung und -entwicklung auseinandergesetzt haben, ist dann erstmal kaum jemand gekommen aber die Kombination aus berichteter und eigener Erfahrung sowie der politischen Analyse, hat uns dann motiviert weiter zu machen. Weil wir \u00fcberzeugt waren politisch am richtigen &#8222;Ort&#8220; zu sein. Stattdessen haben wir \u00fcberlegt, wo und wie wir mehr Leute werden und entschieden, kleine Aktionen zu machen. Wir haben Plakate vor Superm\u00e4rkten verklebt, Flyer vor S-Bahnh\u00f6fen verteilt und immer offen zu Treffen im Solidarischen Zentrum eingeladen. Diesen Ort, das Solidarische Zentrum, haben wir daf\u00fcr bewusst weiter gew\u00e4hlt, gerade weil es dezentral und nicht in einem hippen, linken Stadtteil ist. Ende Juni waren wir dann soweit das unser Kreis soweit gewachsen war, dass nicht mehr zu Treffen der Genoss*innen von SoliA eingeladen wurde, sondern zum Bremer B\u00fcndnis gegen Preiserh\u00f6hungen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ihr konntet bereits erste Kundgebungen und offene Treffen durchf\u00fchren. Wie sind diese bei den Menschen angekommen? Wie sehen solche offenen Treffen aus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Treffen m\u00fcsst ihr euch maximal offen vorstellen und d\u00fcrft ihr nicht mit einem &#8222;typisch&#8220; linksradikalen B\u00fcndnis, bei dem lauter schick gekleidete Leute sich bedeutsam anschweigen und in einem m\u00f6glichst konspirativen Ort ohne Handys sitzen, vorstellen. Bei sch\u00f6nem Wetter bauen wir eine lange &#8222;Tafel&#8220; aus Tischen auf dem Platz hinter dem Zentrum auf. Es gibt verschiedene Getr\u00e4nke, Snacks, eine gro\u00dfe Runde an St\u00fchlen und eine Stellwand mit einer Tagesordnung. Vor dem Zentrum, an der Stra\u00dfe, stehen Aufsteller die f\u00fcr das Treffen werben. Die Treffen sind vorbereitet, auf einem flipchart stehen die m\u00f6glichen Tagesordnungspunkte, es gibt eine Moderation und eine Person das Protokoll schreibt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/basisgruppe-antifa.org\/wp\/2022\/07\/07\/16-juli-kundgebung-die-preise-muessen-runter\/\">Anfang Juli haben wir dann unsere erste Kundgebung <\/a>durchgef\u00fchrt. Ausgesucht haben wir uns daf\u00fcr den Stadtteil Vegesack, das ist ein zentraler Stadtteil in Bremen-Nord und als Ort f\u00fcr die Kundgebung einen Platz in einer Einkaufspassage direkt vor einem Supermarkt. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BuuDtMeYN0c\">Die Kundgebung war mit ca 120 Teilnehmer*innen, die Mehrzahl aus dem Stadtteil<\/a>, aus unserer Sicht mehr als gut besucht. Trotzdem hatten wir auch viel Kritik an uns. Zu passiv, und zu vortragend fanden wir die Kundgebung. Ein erster Versuch mit einem &#8222;offenen Mikro&#8220; war nicht erfolgreich und war nicht angenommen worden. Trotzdem, eine Folge der Kundgebung war, unser B\u00fcndnis war wieder gewachsen. Auf unserem letzten Treffen mussten wir sogar zeitweilig auf eine Lautsprecherbox mit Mikros zur\u00fcckgreifen damit die Sprechenden gut verstanden werden konnten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls eine Folge der Kundgebung: Kurz vor Beginn des folgenden B\u00fcndnistreffens erschien die Bereitschaftspolizei mit einem Wagen auf dem Grundst\u00fcck des Solidarischen Zentrums. Das sei aber nur eine Art Servicebesuch um uns \u00fcber Recht und Ordnung aufzukl\u00e4ren, teilten sie uns mit. Wir verwiesen sie gleich vom Gel\u00e4nde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nachreflexion der Kundgebung in Vegesack einigten wir uns nicht nur auf leicht ver\u00e4nderte Kundgebungsformen sondern auch auf eine Strategie f\u00fcr die kommenden Monate. Gezielt wollen wir in den Bremer Stadtteilen, vor ausgew\u00e4hlten Betrieben und an der Uni und den Hochschulen, nicht nur in den n\u00e4chsten Monaten Kundgebungen durchf\u00fchren. Wir wollen eine dezentrale Struktur von selbstorganisierten Treffen schaffen, miteinander vernetzt und organisiert als Bremen-weites B\u00fcndnis.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Jede Kundgebung soll dabei eine intensive Mobilisierung in den Stadtteilen vorangehen mit Verteilaktionen und \u00e4hnlichen, getragen vor allem von vor Ort aktiven, unterst\u00fctzt aus ganz Bremen. Unsere Wette ist, dass wir im Herbst dann stark und verankert genug sind, als dass uns sowohl die Parteien, gro\u00dfen Gewerkschaften und Verb\u00e4nde mit ihren Showveranstaltungen auf dem Marktplatz nicht mehr einmachen k\u00f6nnen, als auch, dass wir bereits vor den Rechten die Stra\u00dfe haben. Denn auch darauf haben wir keine Lust: Wieder unseren Winter damit zu verbringen den Rechten die Stra\u00dfe zu nehmen. Deswegen holen wir sie uns lieber jetzt schon.<\/p>\n\n\n\n<p>Bisher scheint dieser Plan ganz gut anzulaufen. Letzte Woche haben wir eine zweite Kundgebung in einem anderen Bremer Stadtteil, in Gr\u00f6pelingen durchgef\u00fchrt. Gr\u00f6pelingen hat eine \u00e4hnliche Sozialstruktur wie Vegesack. Aber diesmal war unsere Kundgebung anders. Es gab weniger Redebeitr\u00e4ge, daf\u00fcr \u00dcbersetzungen in viele Sprachen. Es gab Parolen, viel Musik, Wut und auf Kochgeschirr wurde geschlagen. Die Stimmung war laut und k\u00e4mpferisch,<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SR2o68hi6uE\"> mehr als 150 Personen aus dem Stadtteil waren da. Ein voller Erfolg.<\/a> Das sahen \u00fcbrigens wohl auch die beiden filmenden Querdenker so, die uns w\u00fctend von der anderen Stra\u00dfenseite aus beobachteten. Ein paar Tage zuvor hatten wir mit vielen anderen zusammen mit einer Blockade erfolgreich ihren Versuch vereitelt ihrerseits selber eine Demo zu diesem Thema zu veranstalten. Obwohl sie \u00fcberregional mobilisiert hatten, waren sie weniger als wir in einem Stadtteil. Wir sind deswegen mehr als nur optimistisch und freuen uns bereits auf die n\u00e4chsten Aktionen und Kundgebungen vom und mit dem B\u00fcndnis gegen Preiserh\u00f6hungen. F\u00fcr die n\u00e4chsten Monaten haben wir uns einen ambitionierten Arbeitsplan gesetzt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In Wien wehrt man sozialgesellschaftliche Probleme oft schnell ab, schlie\u00dflich verf\u00fcge die Stadt doch \u00fcber so viele Gemeindewohnungen, sei weltweit ein Vorzeigebeispiel. Tats\u00e4chlich ist das &#8222;rote Wien&#8220; aber mittlerweile mehr Mythos. Wie gestaltet sich die Situation denn in Bremen? Gibt es m\u00f6glicherweise Faktoren, die man in anderen St\u00e4dten sehr \u00e4hnlich vorfindet oder aber auch grundlegende Unterschiede?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fast 40 Prozent aller Bremer*innen leben direkt oder indirekt von staatlichen Transferleistungen, Bremen ist Deutschlands Hauptstadt der Zeitarbeit und der Bremische Staat ist hoch verschuldet, abh\u00e4ngig vom L\u00e4nderfinanzausgleich. Das war aber nicht immer so. Bis Ende der 80er Jahre, Anfang der 90er Jahre, dem sog. &#8222;Werftensterben&#8220; war Bremen vor allem im Bereich der Schwerindustrie, prosperierend. Seitdem sind gro\u00dfe Teile der Stadt, vor allem der Bremer Westen und Nord, stark verarmt.&nbsp;\u00dcbrig geblieben sind neben den Resten der H\u00e4fen und ihrer Logistik vor allem die Stahlwerke, Daimler, Boing und die R\u00fcstungsindustrie als gro\u00dfe Unternehmen mit vielen Arbeitspl\u00e4tzen. Dazu kommt eine f\u00fcr die Stadt relativ gro\u00dfe Uni und ein paar Hochschulen. Politisch ist Bremen seit je her gepr\u00e4gt von sowohl einer starken sozialdemokratischen und zeitweise auch starken kommunistischen Linken auf der einen und einem liberalen B\u00fcrgertum auf der anderen Seite. Die SPD regiert Bremen in Folge seit 1949, die liberalen Gr\u00fcnen \u00fcberwanden hier als erste die 5%-H\u00fcrde und die DKP hatte bis 1989 fast 1000 Mitglieder. Bis heute ist von alle dem eine \u00fcberproportional gro\u00dfe radikale Linke und ein liberal-sozialdemokratisches Bremisches Selbstverst\u00e4ndnis geblieben. Rechte gibt es hier auch, haben auch bei Wahlen Erfolge \u00fcber 5 %, leiden aber traditionell an einem Kadermangel und sind auch deswegen chronisch erfolglos. Regiert wird Bremen von einer rot-gr\u00fcn-roten Landesregierung, der einzigen Regierungsbeteiligung der Linkspartei in Westdeutschland. Eine Art sozialdemokratischen Mythos gibt deswegen hier auch. Er besteht aber in der Erz\u00e4hlung, eigentlich selber bereits die linkeste Sozialpolitik zu machen. Jedenfalls verbal spielen Teile der Bremer Landesregierung weit links au\u00dfen. Dabei geht die SPD aber geschickt vor und fordert vor allem Dinge von denen sie sicher sein kann das sie sie nicht bekommt. So hat die Bremer Landesregierung sich bundesweit f\u00fcr die Einf\u00fchrung einer \u00dcbergewinnsteuer stark gemacht- wohlwissend das es dazu nicht kommt. So vollbringt Bremen das Kunstst\u00fcck, abgesichert von vermeintlichen Sachzw\u00e4ngen, nichts gegen die wachsende Verarmung der Mehrheit der Bremer*innen zu unternehmen &#8211; und das gleichzeitig sch\u00e4rfstens zu verurteilen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Als Basisgruppe Antifaschismus seid ihr am Bremer B\u00fcndnis gegen Preiserh\u00f6hungen beteiligt. Wie sieht denn dieses B\u00fcndnis aus? Wer ist an diesem B\u00fcndnis beteiligt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bremer B\u00fcndnis gegen Preiserh\u00f6hungen ist ein breiter Zusammenschluss von linken Gruppen, Beratungsstellen, Stadtteilgruppen und vor allem vielen Einzelpersonen. Es ist ein Mix aus Delegierten und betroffenen Einzelpersonen, weiter oben haben wir euch ja schon einiges erz\u00e4hlt wie so ein &#8222;typisches&#8220; B\u00fcndnistreffen aussieht. Perspektivisch soll das B\u00fcndnistreffen aber einer Bremen-weiten Delegiertenstruktur weichen in der Vertreter*innen aus den jeweiligen Stadtteilen und \u00e4hnlichem sitzen. Auch f\u00fcr uns als Basisgruppe Antifaschismus sind das herausfordernde und aufregende Zeiten, bedeutet das doch auch f\u00fcr uns wenigstens etwas mit den von uns sonst gewohnten Politikformen und Strukturen zu brechen. Auch das Finden der eigenen Rolle als kommunistische Gruppe in solch einem breiten B\u00fcndnis ist vor allem ein Prozess in dem wir uns immer wieder aufs Neue daraufhin untersuchen m\u00fcssen, ob wir uns nicht mit unseren Inhalten darin opportunistisch verloren haben, oder politisch ultralinks eingemauert. Ob und wie wir dieses Spannungsfeld, als antiautorit\u00e4re Kommunist*innen in einem breiten, gesellschaftlichen B\u00fcndnis um und f\u00fcr radikale Reformen zu k\u00e4mpfen, gelingen wird, wird und kann uns nur die Zukunft zeigen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Forderungen und Ziele verfolgt ihr als Gruppe und B\u00fcndnis? Den Kapitalismus w\u00fcrden wir nat\u00fcrlich alle gern am liebsten morgen abschaffen. Aber -um es ganz wirtschaftlich auszudr\u00fccken- was k\u00f6nnen wir den Menschen in dieser schwierigen Situation anbieten? Wo k\u00f6nnen wir konkret helfen? Wie umgehen mit reformistischen Forderungen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir als B\u00fcndnis fordern Preisgrenzen f\u00fcr Lebensmittel, Wohnen und Mobilit\u00e4t. Mit dem Preisgesetz m\u00fcssen Preisgrenzen festgesetzt werden. Lebensmittel und Hygieneartikel m\u00fcssen auch mit geringen L\u00f6hnen und Hartz IV bezahlbar sein. Auch ein Mieten- und Energiepreisdeckel muss her. Obergrenzen f\u00fcr Spritpreise und einen kostenlosen \u00d6PNV f\u00fcr alle. Au\u00dferdem m\u00fcssen die Regels\u00e4tze von Hartz IV und der Mindestlohn erh\u00f6ht werden! Das Preisgesetz finden wir, ist f\u00fcr all das ein ganz spannender strategischer Hebel. Als Gesetz Teil des Grundgesetzes, aber seit Jahrzehnten nicht mehr angefasst, bietet es eigentlich die M\u00f6glichkeit staatlicherseits, Preise oder Preisobergrenzen festzusetzen. Es ist damit direkt ein Mittel um die M\u00f6glichkeiten der Kapitalseite zu unserem Nutzen zu begrenzen ohne den Staat, wie es bei der sogenannten \u00dcbergewinnsteuer der Fall ist, gro\u00df zu st\u00e4rken. Es ist insoweit &#8222;realistisch&#8220;, als dass es dieses Gesetz gibt, dass es die Leute einleuchtend finden, dass wenn die Lebensmittel zu teurer sind, die Unternehmen zu zwingen das die Preise sinken. Und gleichzeitig, obwohl mal kurzfristig vom Parteivorstand der Linkspartei angesprochen, ist es keine Forderung einer der gro\u00dfen Parteien, weil es eine offensive sozialdemokratische Politik die sich tats\u00e4chlich mit den Unternehmen anlegt und die Hand ganz grunds\u00e4tzlich an den Markt legt, bedeuten w\u00fcrden. Wir hoffen damit eine ganz gute Forderung gefunden zu haben die sowohl effektiv geeignet ist Verbesserungen durchzusetzen, \u00fcberzeugt und gleichzeitig offen ist f\u00fcr weitergehende K\u00e4mpfe und Analysen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schon jetzt versuchen auch Corona-Rechte und Rechtsextreme Proteste zu organisieren. Wie geht ihr damit um?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Bremen beobachten wir die Proteste der Corona-Rechten sehr genau. Der erste Versuch der Rechten letzte Woche durch die Innenstadt zu laufen, wurde von Antifaschist*innen erfolgreich durch eine Blockade verhindert. Auch im vergangenen Winter sind wir den kontinuierlichen Versuchen von Querdenken und Co entschieden entgegengetreten und konnten zusammen mit vielen anderen verhindern das sie in Bremen Demos durchf\u00fchren konnten. Durch offensive Massenmilitanz haben wir sie in konspirative Kleinaktionen gezwungen. Querdenken ud \u00e4hnliches als Struktur existiert in Bremen heute nur auf Kleingruppenniveau, politisch sind sie in Bremen besiegt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als B\u00fcndnis wollen wir uns vorranging auf den Kampf gegen die hohen Preise konzentrieren und unsere Kr\u00e4fte daf\u00fcr nutzen eine breite Bewegung aufzubauen. Das bedeutet aber nat\u00fcrlich nicht, dass wir in unserer Wachsamkeit gegen\u00fcber den Rechten nachlassen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nach ersten Erfolgen: wie sehen eure n\u00e4chsten Schritte aus? Wird es weitere Kundgebungen geben? Ergeben sich aus den offenen Treffen bereits erste konkrete Ans\u00e4tze?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir planen monatlich Kundgebungen in einem weiteren Stadtteil von Bremen durchzuf\u00fchren. Dabei wollen wir m\u00f6glichst auf bestehende Strukturen und vor Ort bestehende Gruppen zur\u00fcckgreifen.&nbsp; Wir erhoffen uns dadurch eine Kontinuit\u00e4t in den Stadtteilen herstellen zu k\u00f6nnen. Wir wollen nicht nur einmalig eine Kundgebung durchf\u00fchren und dann verpufft die Aufmerksamkeit wieder, w\u00e4hrend unsere Betroffenheit bleibt. Wir wollen eine Bewegung werden und sehen gute Chancen, dass wir im Winter eine gro\u00dfe stadtweite Demonstration aufgebaut haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Preise m\u00fcssen runter! Doch wie soll das eigentlich gehen, was macht das Bremer B\u00fcndnis gegen Preiserh\u00f6hungen und wie sind wir als antiautorit\u00e4re Kommunist*innen dazu gekommen uns gegen die Preiserh\u00f6hungen &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4904,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-4727","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-antikapitalistisch"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/basisgruppe-antifa.org\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/1-1.png?fit=735%2C360&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/basisgruppe-antifa.org\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4727","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/basisgruppe-antifa.org\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/basisgruppe-antifa.org\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/basisgruppe-antifa.org\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/basisgruppe-antifa.org\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4727"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/basisgruppe-antifa.org\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4727\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4782,"href":"https:\/\/basisgruppe-antifa.org\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4727\/revisions\/4782"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/basisgruppe-antifa.org\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4904"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/basisgruppe-antifa.org\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4727"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/basisgruppe-antifa.org\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4727"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/basisgruppe-antifa.org\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4727"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}