Kalender

Dez
5
Do
Es­ki­mo Limon 9 @ Infoladen Bremen
Dez 5 um 18:00 – 21:00

Le­sung mit Sarah Diehl

Der Roman er­zählt die Ge­schich­te einer jü­di­schen Fa­mi­lie, wel­che von Tel Aviv in die hes­si­sche Pro­vinz zieht. Er be­schreibt die Re­ak­tio­nen, wel­che der Umzug so­wohl bei der Dorf­ge­mein­schaft als auch der Klein­fa­mi­lie her­vor­ruft. Sarah Diehl ar­bei­tet in ihrem Buch die deut­sche Ge­denk­kul­tur auf iro­ni­sche Art und Weise auf, indem sie die tra­dier­ten Vor­stel­lungs­wel­ten mit­ein­an­der kol­li­die­ren lässt. Sie macht deut­lich, dass die Deut­schen mit­un­ter ei­ni­ges über die Ju­den­ver­nich­tung wis­sen, je­doch kaum etwas über Jü­din­nen und Juden. Un­wis­sen und die Leer­stel­len, wel­che sich um alles Jü­di­sche ran­ken wer­den mit­tels die­ses Bu­ches auf­ge­zeigt und auf­ge­bro­chen.

Der Ver­an­stal­tungs­ort ist bar­rie­re­frei zu er­rei­chen, die Toi­let­te nicht.

Alle Ver­an­stal­tun­gen der Bre­mer Ak­ti­ons­wo­chen gegen An­ti­se­mi­tis­mus fin­det ihr hier.

Dez
10
Di
Schulen für Arier – Zur Kritik an Waldorfpädagogik und Anthroposophie @ Infoladen Bremen
Dez 10 um 19:00 – 20:00

Buchvorstellung und Diskussion am Dienstag, 10. Dezember 2013 / 20.00 Uhr
Infoladen / St. Pauli-Str. 10-12 / 28203 Bremen

Reihe intros. Einführungen in kritische Gesellschaftstheorie

Hautcreme für den Babypopo von Weleda, biologisch-dynamische Karotten der Marke Demeter, Rudolf-Steiner-Brot im Naturkostladen und die Waldorfschule kennen viele, nicht aber die Weltanschauung, die dahinter steckt. Peter Bierl beschäftigt sich in seinem Vortrag mit der Anthroposophie und ihrem Gründer Rudolf Steiner. Der Mann, der sich als Hellseher präsentierte, von Anhänger_innen als „Menschheitsführer“ und Wiedergeburt von Aristoteles verehrt wurde, war überzeugt, dass nur die „weiße Rasse“ am Geiste schaffe. Die Deutschen rechnete der Guru einer fünften Wurzelrasse der Arier zu, die Jahrtausende führend sein sollte. In Steiners Welt spuken Engel und Dämonen, Volks- und Rassengeister, er mixte Versatzstücke aus Buddhismus, Hinduismus und Christentum mit darwinistischen Evolutionsvorstellungen und bürgerlichem Kulturpessimismus. Getreu ihrem Meister erklären Anthroposoph_innen heute die Reaktorkatastrophe in Fukushima zum karmischen Ausgleich für einen angeblich besonderen „japanischen Materialismus“. Solche bizarren Vorstellungen prägen die Waldorfschule, denn ihre ideologische Grundlage ist die Idee von Reinkarnation und Karma. Lehrer_innen sollen sich an den obskuren Ideen Steiners orientieren. 1998 wurde in einer Broschüre der Pädagogischen Forschungsstelle des Bundes der Waldorfschulen ein Buch zur Unterrichtsvorbereitung empfohlen, in dem es heißt „Der Keim zum Genie ist der arischen Rasse bereits in ihre atlantische Wiege gelegt worden.“

Peter Bierl kommt aus Süddeutschland und arbeitet als Journalist, vor allem zu diversen Formen von Aberglaube, Esoterik und pseudowissenschaftlichem Unfug, auch in linken Diskursen. Veröffentlichungen unter anderem:Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister: Die Antroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik, Hamburg 2005; Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn. Kapitalismuskritik von rechts – Der Fall Silvio Gesell, Hamburg 2012.

Die Veranstaltung wird organisiert von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Initiative – Die Rosa Luxemburg Stiftung in Bremen. Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich, die Toilette nicht.

Dez
20
Fr
Flora bleibt! @ Hamburg
Dez 20 – Dez 21 ganztägig

Auf der Vollversammlung der Roten Flora am 10. Oktober wurde zu einer bundesweiten Demonstration am 21. Dezember in Hamburg aufgerufen.

Mit der Demonstration wollen wir den besetzten, unverträglichen Charakter der Roten Flora deutlich machen, dass mit massivem Widerstand zu rechnen ist, sollte das Projekt angegriffen werden. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt in den aktuellen Kämpfen, die sich zwischen Schanzenviertel und St. Pauli als Ort mit Austrahlungskraft und Widerstanderfahrung überkreuzen: Erhalt der Esso-Häuser, das Bleiberecht der Flüchtlinge und die radikale Kritik an Repression und Gefahrengebieten.

Die Demo braucht eure Unterstützung: Beteiligt euch an der Vorbereitung und Mobilisierung und kommt nach Hamburg.

Demnächst mehr Infos und Kontakt über flora-bleibt@nadir.org

Jan
6
Mo
Naziuffmarsch in Machdeburch – ham wa immernoch keen Bock druff! @ Infoladen Bremen
Jan 6 um 18:00 – 21:00

Mon­tag, 6.​01.​2014 | 19 Uhr | In­fo­la­den

In­fo­ver­an­stal­tung zum Neo­na­zi­auf­marsch in Mag­d­e­burg

checkt mag­d­e­burg-​na­zi­frei.​com

Auf­ruf

Na­zi­uff­marsch in Mach­de­burch – ham wa im­mer­noch keen Bock druff!

Am 16. Ja­nu­ar 2014 jährt sich die Bom­bar­die­rung Mag­d­e­burgs zum 69. Mal. Seit 1998 nut­zen die Nazis die­ses Datum um die so­ge­nann­ten “Hel­den der deut­schen Wehr­macht” und die Opfer der Bom­ben­an­grif­fe zu be­trau­ern. Sie ge­den­ken des Endes des kriegs­trei­ben­den, fa­schis­ti­schen Re­gimes und in­stru­men­ta­li­sie­ren dabei das Ge­den­ken der vie­len Mag­d­e­bur­ge­rin­nen und Mag­d­e­bur­ger, die am 16.​01.​1945 ge­stor­ben sind oder der Trau­er jener, die An­ge­hö­ri­ge, Be­kann­te und Freun­de ver­lo­ren haben.

In den letz­ten Jah­ren hat sich der Na­zi­auf­marsch in Mag­d­e­burg zu einem der größ­ten Auf­mär­sche in Deutsch­land ent­wi­ckelt. Dank der bun­des­wei­ten Mo­bi­li­sie­rung kamen im Jahr 2013 über 3.​000 Ge­gen­de­mons­tran­t_in­nen nach Mag­d­e­burg. Doch sind diese – mitt­ler­wei­le all­jähr­li­chen – Na­zi­auf­mär­sche nur der me­di­en­wirk­sa­me Teil des Na­zi-​Pro­blems. Ras­sis­ti­sche und neo­fa­schis­ti­sche Ge­walt ge­hö­ren in Sach­sen-​An­halt zur har­ten Rea­li­tät. Fast täg­lich wird ein Über­griff re­gis­triert. Neue und alte Nazis ge­hö­ren in Mag­d­e­burg zum Stadt­bild und auch po­li­tisch sind die Neo­fa­schis­ten in der Lan­des­haupt­stadt über­aus aktiv. Der Pro­test der Zi­vil­ge­sell­schaft gegen rechts fo­kus­siert sich meist nur auf den Auf­marsch im Ja­nu­ar und blen­det die ge­walt­tä­ti­gen Über­grif­fe und po­li­ti­schen Ma­ni­pu­la­tio­nen der Rech­ten in der üb­ri­gen Zeit aus. Vor­komm­nis­se mit bun­des­wei­ter Auf­merk­sam­keit, sind aber ty­pisch für die po­li­ti­schen Ver­hält­nis­se in Sa­chen-​An­halt.

Neo­fa­schis­ten aus Mag­d­e­burg und Sach­sen-​An­halt neh­men wich­ti­ge Po­si­tio­nen in den Vor­stän­den der NPD, der JN und den so­ge­nann­ten „frei­en Ka­me­rad­schaf­ten“ ein. Mitt­ler­wei­le wird Sach­sen-​An­halt von neuen und alten Nazis gar stolz als „Ka­der­schmie­de“ be­trach­tet. Doch statt nach dem Be­kannt­wer­den der ras­sis­ti­schen Mord­se­rie des NSU und aus dem To­tal­ver­sa­gen des so­ge­nann­ten Ver­fas­sungs­schut­zes auf par­la­men­ta­ri­scher und kom­mu­na­ler Ebene Kon­se­quen­zen zu zie­hen, rech­te Struk­tu­ren vor Ort klar zu be­nen­nen und da­ge­gen vor­zu­ge­hen, wird wei­ter­hin von lin­kem „Ex­tre­mis­mus“ fa­bu­liert. Hin­ge­gen wird rech­te Ge­walt ver­schwie­gen, ver­harm­lost oder kom­plett igno­riert, weil man ihrer nicht ohne Auf­wand Herr wer­den kann. Denn zu­nächst müss­te man erst ein­mal auf­hö­ren, sie als struk­tu­rel­les Pro­blem ab­zu­strei­ten.

Mag­d­e­burg war kei­nes­falls nur eine zi­vi­le, deut­sche Groß­stadt, die will­kür­lich von al­li­ier­ten Bom­ber­ver­bän­den in Schutt und Asche ge­legt wurde. Viel­mehr ist die fast voll­stän­di­ge Zer­stö­rung Mag­d­e­burgs das Er­geb­nis des vom na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Deutsch­land ent­fes­sel­ten und rück­sichts­los ge­führ­ten Krie­ges. So war Mag­d­e­burg für das NS-​Re­gime ein wich­ti­ger Um­schlags-​ und Ver­kehrs­kno­ten­punkt, Stand­ort der Rüs­tungs­pro­duk­ti­on (u.a. Krupp-​Gru­son, Pol­te-​Wer­ke, Ma­schi­nen­fa­brik Wolf) und ein In­dus­tri­e­stand­ort an dem meh­re­re Tau­send Zwangs­ar­bei­ter und Zwangs­ar­bei­te­rin­nen in Ar­beits-​ und KZ-​Au­ßen­la­gern aus­ge­beu­tet wur­den. Un­zäh­li­ge star­ben be­reits in den La­gern der Pol­te-​Wer­ke, im Lager Diana oder auf den „To­des­mär­schen“. All dies wird bei der Um­deu­tung der Bom­bar­die­rung des Stadt­ge­biets am 16. Ja­nu­ar 1945 igno­riert. Das Aus­blen­den der Opfer fa­schis­ti­scher Herr­schaft in den Kriegs­ge­bie­ten und aller Opfer welt­weit, ist Be­stand­teil der rech­ten Rhe­to­rik, die nur deut­sche Opfer kennt, Op­fer­zah­len fälscht und Täter nicht be­nennt.

Wir sahen uns mit den Er­eig­nis­sen am 12.​01.​2013 mit einer völ­lig neuen Po­li­zei­stra­te­gie kon­fron­tiert, die es so bis­her nicht gab. Das Ver­bot un­se­rer Kund­ge­bung in Cra­cau (Je­ri­chow­er Platz) wurde durch die Po­li­zei­di­rek­ti­on mit der räum­li­chen Nähe zur Auf­mar­sch­rou­te be­grün­det und letz­te­re dann auch im An­trag ent­spre­chend kon­kre­ti­siert. Dass die Nazis in Süd­ost lau­fen wer­den, war erst gegen Mit­tag des 12. Ja­nu­ars ve­ri­fi­ziert und für uns nur an der Be­we­gung der Po­li­zei­ein­satz­kräf­te ab­zu­le­sen.

Un­ter­stützt uns und kommt im Ja­nu­ar 2014 in un­se­re Stadt. Wir wol­len, ge­mein­sam mit allen blo­cka­de­wil­li­gen Kräf­ten von hier und über­all, den Auf­marsch der Neo­na­zis ver­hin­dern.

„Nazis blo­ckie­ren – was sonst?!“

Jan
8
Mi
Koloniale Moderne, arabischer Nationalismus und Antisemitismus @ Infoladen Bremen
Jan 8 um 19:00 – 21:00

Vor­trag mit Han­nes Bode
Mitt­woch, 08.​01.​2014, 20.​00 Uhr
In­fo­la­den Bre­men, St.​Pauli Stra­ße 10

Wie in Eu­ro­pa sind auch im Nahen Osten die Na­tio­nen nichts als vor­ge­stell­te Ge­mein­schaf­ten mit er­fun­de­nen Tra­di­tio­nen. Doch wel­che Ak­teur_in­nen fan­den vor wel­chem ge­sell­schaft­li­chen Hin­ter­grund zur Idee der Na­ti­on, was für eine Ge­mein­schaft stell­ten sie sich vor und was für Tra­di­tio­nen kon­stru­ier­ten sie zu deren iden­ti­tä­rer Le­gi­ti­ma­ti­on? Na­tio­na­lis­mus und An­ti­se­mi­tis­mus als mo­der­ne Denk­for­men bil­den sich im Nahen Osten so­wohl im Zuge der Ein­bin­dung in das glo­ba­le ka­pi­ta­lis­ti­sche Sys­tem als auch der ko­lo­nia­len Durch­drin­gung der Re­gi­on und den damit ver­bun­de­nen ra­san­ten ge­sell­schaft­li­chen Um­bruch­pro­zes­sen her­aus. Doch wo fin­den sich im Nahen Osten Par­al­le­len, und wo Un­ter­schie­de zur eu­ro­päi­schen Krise der Mo­der­ne und den mit ihr ver­bun­de­nen fa­schis­ti­schen und an­ti­se­mi­ti­schen Kri­sen­be­wäl­ti­gungs­ideo­lo­gi­en? Und wel­che Rolle spiel­ten schließ­lich Deutsch­land und die na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Aus­lands­pro­pa­gan­da bei der Ver­brei­tung des mo­der­nen An­ti­se­mi­tis­mus?

Die Ver­an­stal­tung wird or­ga­ni­siert in Ko­ope­ra­ti­on mit der Ro­sa-​Lu­xem­burg-​In­itia­ti­ve Bre­men.

Lei­der ist der In­fo­la­den zur Zeit nicht bar­rie­re­frei zu­gäng­lich.

Jan
10
Fr
Who cares? Feministisch …ums Ganze! kämpfen?! @ Ver.di-Haus Göttingen
Jan 10 um 18:00 – 19:00

Who cares?
Feministisch …ums Ganze! kämpfen?! Eine Veranstaltung im Rahmen der Mobilisierung gegen den WKR-Ball 2014

Wer gegen den WKR-Ball mobilisiert, der/die darf zum Thema Feminismus nicht schweigen, darum wollen wir einladen zu einer Veranstaltung, die zum Einen klassisch zu den Protesten rund um den WKR-Ball am 24.1. in Wien mobilisieren soll, zum Anderen wollen wir uns mit der Kritik auseinandersetzen, wir hätten einen blinden Fleck in unserer Kritik an den Verhältnissen.

Wenn die (radikale) Linke alle Herrschaftsverhältnisse überwinden – und nicht in einer erneuten Katastrophe des „real existierenden Sozialismus“ enden will – braucht sie Begriffe davon, was das für Herrschaftsverhältnisse sind und wie sie miteinander zusammenhängen. Ein berühmtes Konfliktfeld stellt(e) die Auseinandersetzung um den Feminismus und die Kritik der Geschlechterverhältnisse dar. Oft genug stehen diese kaum im Fokus linker Auseinandersetzung oder fristen als ungeliebte Kinder die „irgendwie“ wichtig sind, aber analytisch und praktisch häufig hinten runter fallen, ein Nischendasein.
Mit dem Anspruch eine Herrschaftskritik auf der Höhe der Zeit vorzulegen, betrat das antiautoritäre kommunistische …ums Ganze! Bündnis unter anderem 2009 mit der Broschüre „Staat, Weltmarkt und die Herrschaft der falschen Freiheit“ die Bühne der radikalen Linken. Viel Kritik hagelte es vor allem bezogen auf die Darstellungsform, die Methode der Kritik und der scheinbar funktionalistischen „Ableitung“ gesellschaftlicher Verkehrs- und Praxisformen.

Thema dieser Veranstaltung wird vor allem die feministische Kritik an der Analyse von …ums Ganze! sein und die Frage, wie mit dieser produktiv umgegangen werden kann. Es wird also auch darum gehen wie eine Analyse jenseits des Haupt- und Nebenwiderspruchs im Rahmen der Analyse der Neuen-Marx-Lektüre geleistet werden kann. Dazu stellen wir unsere Überlegungen zur Diskussion und zeigen inwiefern dies Auswirkungen auf unsere Organisierungsformen hat.

mit Genoss*innen der Basisgruppe Antifaschismus Bremen und derautonome antifa w (Wien).