Agitare Bene Cafe am 2. Februar: „One struggle – one fight!“ – Mit der Tierbefreiung zur sozialen Revolution?

Januar 16, 2012 Kommentare deaktiviert für Agitare Bene Cafe am 2. Februar: „One struggle – one fight!“ – Mit der Tierbefreiung zur sozialen Revolution?
Agitare Bene Cafe am 2. Februar: „One struggle – one fight!“ – Mit der Tierbefreiung zur sozialen Revolution?

Ausgehend von England Ende der 60er Jahre gibt es, vorwiegend im globalen Westen, eine zunehmend erstarkende politische Strömung die sich gegen das gesellschaftlich verursachte Leid von Tieren einsetzt. Im jährlichen Bericht des United States Department of Homeland Security wird diese, insbesonders in der militanten Form der „Animal Liberation Front“, neben „islamistischen Terrorismus“, als Hauptbedrohung eingeschätzt. Auch in Österreich wurde erst vor kurzem ein Prozess mit der Vorwurf der „Bildung einer terroristischen Vereinigung“ gegen österr. Tierrechtler_innen eingestellt. Seit an Silvester 1994 in Bremen mehrere Schlachtereien gesmasht wurden gibt es auch in Bremen über einen kleinen Kreis hinaus wahrgenommene Aktivitäten zu diesem Thema. Die letzten Proteste in Bremen, gegen einen Zirkus in Walle, sind erst wenige Wochen her. Auch an der linken Szene ist dies alles nicht spurenlos vorbeigegangen, kaum eine „Vokü“ ist z. B. nicht vegan, Veganismus als auf sich gewendeter Schluss hieraus ist in der Linken weit verbreitet.  Obwohl es von Anknüpfungsversuchen aller möglicher politischer Couleur an die Tierbefreiungsströmung, von faschistischen Heimatschützer_innen über antisemitischen christlichen Sekten bis zu bürgerlichen Betroffenheitstierschützer_innen nicht mangelt, ist diese, zumindest im deutschsprachigen Raum, überwiegend „links“ geprägt. D. h. von dem allgemeinen Anspruch geprägt die Veränderung der Lage der Tiere mit allgemeiner sozialer Emanzipation mind. zu verbinden. Über das, was das konkret bedeutet herrscht dagegen Unklarheit. Die Debatte reicht dabei von allgemeinen anarchistischen Glaubenssätzen („gegen Herrschaft“) über postmoderne Ansätze („unity of oppressions“) und Bezügen auf Foucault bis zum Versuch der Bestimmung eines  gesellschaftlichen Naturverhältnisses mittels Marx und Adorno.  All diese Ansätze werden aber nicht ausräumen können, dass der Kampf für die Befreiung der Tiere im besten Fall immer ein Stellvertreter_innenkampf bleiben wird, das Postulat der Einheit von „Faust und Pfote“ nicht über die bloße Rhetorik nicht hinauskommen kann. Wir wollen miteinander diskutieren in wie weit die Befreiung der Tiere mit der sozialen Befreiung zusammen gehört oder mit ihr zu tun hat bzw. zutun haben kann.

Um dies und ähnliches zu diskutieren laden wir euch deshalb zusammen mit der Gruppe Kritik im Handgemenge am 2. Februar um 19.30 Uhr wieder zum Agitare Bene Cafe ein. Agitare Bene ist ein offener Diskussionstermin, für den keine Vorbereitung nötig ist und bei dem das Thema des Folgetermins gemeinsam entschieden wird.Er findet jeden ersten Donnerstag im Monat um 19.30 Uhr im „Kurzschluss“ in der Lahnstraße 16 statt.